Patriarchat von Antiochien

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Das Patriarchat von Antiochien (auch Patriarchat von Antiochia) ist ein altkirchliches Patriarchat mit dem historischen Zentrum Antiochia am Orontes (Antiochien). Der Überlieferung zufolge wurde es vom Apostel Petrus gegründet. Dessen legitime Nachfolge beanspruchen, nach Spaltung des Patriarchats im Gefolge des Konzils von Chalcedon und nachfolgenden Trennungen, heute mindestens drei Kirchen. Ein jedes dieser Patriarchate betrachtet ihren eigenen Patriarchen als legitimen Nachfolger des Apostels Petrus auf der Kathedra von Antiochien. Aus historischen Gründen residiert keines dieser Kirchenoberhäupter noch in der Stadt Antiochien (heute Antakya in der Türkei).

Syrisch-orthodoxe Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien ist eine der Orientalisch-orthodoxen Kirchen, die das Konzil von Chalcedon ablehnen. Patriarch war bis 2014 Moran Mor Ignatius Zakka I. Iwas, der in Damaskus residierte. Sein Nachfolger wurde Ignatius Ephräm II. Karim. Der Gottesdienst des syrisch-orthodoxen Patriarchats steht in der Tradition des Antiochenischen Ritus; Liturgiesprache ist überwiegend das Syrische. Die Kirche steht in Glaubens- und Sakramentengemeinschaft mit den Kopten, den Armeniern, der äthiopischen und eritreischen Kirche und einem Teil der Thomaschristen Südindiens, nämlich der Malankara syrisch-orthodoxen Kirche. Zur Ehren des heiligen Ignatius von Antiochia führen seit der frühen Neuzeit alle Patriarchen dieser Kirche zusätzlich zum eigenen den Amtsamen Ignatius.

Rum-orthodoxe Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Griechisch-Orthodoxe Patriarchat von Antiochien, heute bevorzugt „Rŭm-orthodoxe Kirche“ genannt, ist eine der byzantinisch-orthodoxen Kirchen und steht in vollständiger Kommunion- und Konzelebrationsgemeinschaft mit den anderen Kirchen dieser Konfession. Nach dem Konzil von Chalcedon vereinten sich in dieser Kirche diejenigen Gläubigen, die das Chalcedonense anerkannten und sich dadurch von den „Jakobiten“, der heutigen syrisch-orthodoxen Kirche, unterschieden. Wegen ihrer Anhänglichkeit an den Kaiser in Byzanz wurden sie auch Melkiten genannt. Die Rŭm-orthodoxe Kirche hat etwa im 10. Jahrhundert die Konstantinopler Liturgie übernommen. Gottesdienstsprache dieses Patriarchats war neben dem Griechischen auch, zeitweise überwiegend, das Syrische, ist jedoch seit dem 20. Jahrhundert modernes Arabisch. Der Patriarch residiert ebenfalls in Damaskus.

Katholische Ostkirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Katholische Ostkirchen, die zwischen dem 7. und dem 18. Jahrhundert aus den beiden oben genannten Kirchen hervorgegangen sind, bezeichnen ihr jeweiliges Oberhaupt ebenfalls als Patriarchen von Antiochien. Im Einzelnen handelt es sich um:

Lateinisches Patriarchat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Kreuzzugszeit bis 1953 gab es zusätzlich einen Lateinischen Patriarchen von Antiochien, der nach dem Scheitern der Kreuzfahrerstaaten in Rom residierte und schließlich nur noch den Titel eines Patriarchen führte. 1953 starb der letzte Amtsinhaber. 1964 wurde die Institution durch Papst Paul VI. ebenso wie die beiden Lateinischen Patriarchate von Alexandria und Konstantinopel abgeschafft.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • R. Devreesse: Le Patriarcat d'Antioche depuis la paix de l'Église jusqu'à la conquête arabe. Paris 1945.
  • W. Brandes: Die melkitischen Patriarchen von Antiocheia im 7. Jh. Anzahl und Chronologie. In: Le Muséon 111 (1998) 37-67.
  • K.-P. Todt: Region und Griechisch-Orthodoxes Patriarchat von Antiocheia in mittelbyzantinischer Zeit. In: Byzantinische Zeitschrift 94 (2001) 239-267.
  • K.-P. Todt: Griechisch-orthodoxe (Melkitische) Christen im zentralen und südlichen Syrien. Die Periode von der arabischen Eroberung bis zur Verlegung der Patriarchenresidenz nach Damaskus (635-1365). In: Le Muséon 119 (2006) 33-88.
  • Carsten-Michael Walbiner: Die Bischofs- und Metropolitensitze des griechisch-orthodoxen Patriarchats von Antiochia von 1594 bis 1664 nach einigen zeitgenössischen Quellen. In: Oriens Christianus 82 (1998) 99-152.
  • Caersten-Michael Walbiner: Die Bischofs- und Metropolitensitze des griechisch-orthodoxen Patriarchats von Antiochia von 1665 bis 1724 nach einigen zeitgenössischen Quellen. In: Oriens Christianus 88 (2004) 36-92.