Paul Tafforeau

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Paul Tafforeau (* 1977) ist ein französischer Paläontologe.

Tafforeau verbrachte seine Kindheit in der Normandie. Bereits früh interessierte er sich für Fossilien.[1]

Für seine Doktorarbeit beschäftigte er sich an der European Synchrotron Radiation Facility mit Zähnen von Primaten.[2] Er war der erste, der dazu Synchrotronstrahlung zur computertomografischen Untersuchung fossiler Primatenzähne einsetzte.[2] Im Laufe dieser Experimente wurden auch viele andere Fossilien untersucht. Nach seiner Promotion kehrte er als ständiger Mitarbeiter ans ESRF zurück und beschäftigte sich insbesondere mit der Zahnentwicklung von Primaten und Menschen.[3] Dabei wurden jedoch auch optimierte Methoden zur zerstörungsfreien Untersuchung von in Gestein eingeschlossenen Fossilien entwickelt. Wegen der dabei erzielten Erfolge ist der Bereich Paläontologie heute ein wichtiger Bereich bei der ESRF.[2]

2006 erhielt er als bisher jüngster Preisträger[1] den Young Scientist Award der ESRF.[4]

2008 begann eine Forschungsgruppe um Tafforeau und die Paläontologin Malvina Lak von der Universität Rennes 100 Millionen Jahre alten undurchsichtigen Bernstein mit Synchrotronstrahlung zu untersuchen. Sie fanden darin 356 Einschlüsse.[5] Die Ergebnisse wurden weit über die Fachwelt hinaus bekannt, da die entstandenen Bilder und originalgetreuen Modelle von Insekten in mehreren populärwissenschaftlichen Medien, so National Geographic[6], Spiegel Online[7] oder Zeit Online[8] veröffentlicht wurden.

Die publizierten Ergebnisse[9] regten weitere Forschungen mit dieser Methode an.[10][11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Montserrat Capellas: The past helps us to better understand the present (Interview mit Paul Tafforeau) online (Memento des Originals vom 13. Februar 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.esrf.eu
  2. a b c Kurzbiografie@1@2Vorlage:Toter Link/www.asnevents.com.au (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf den Seiten von Australian Synchrotron
  3. siehe z. B. Bericht von EIROforum, online
  4. Young Scientist Award auf den Seiten der ESRF
  5. Infoseite@1@2Vorlage:Toter Link/www.esrf.eu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. bei der ESRF mit Bildern und Videos
  6. National Geographic Magazin, Deutsche Ausgabe, November 2009, S. 33; auch auf der Website (Memento des Originals vom 10. Dezember 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nationalgeographic.de
  7. Spiegel online Jens Lubbadeh: Wissenschaftler entdecken Fossilien-Schatz in Bernstein vom 11. April 2008
  8. ZEIT online Dagny Lüdemann: Eingegossen für die Ewigkeit vom 26. Februar 2009
  9. LAK, M., FLECK, G., AZAR, D., ENGEL FLS, M. S., KADDUMI, H. F., NERAUDEAU, D., TAFFOREAU, P. and NEL, A. (2009), Phase contrast X-ray synchrotron microtomography and the oldest damselflies in amber (Odonata: Zygoptera: Hemiphlebiidae). Zoological Journal of the Linnean Society, 156: 913–923. doi:10.1111/j.1096-3642.2008.00497.x
  10. Pressemitteilung über die Untersuchung menschlicher Fossilien
  11. Forschungsprojekt Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt: Untersuchung von Wanzen in französischem Bernstein