Pehuenche

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Pehuenche 2008

Die Pehuenche (auch in der deutschen Schreibweise Pewenchen) sind ein indigenes Volk, dessen ursprüngliche Siedlungsgebiete im Nordwesten Patagoniens, vor allem in der argentinischen Provinz Neuquén liegen.[1]

Der Name leitet sich von der indianischen Bezeichnung der Chilenischen Araukarie („Andentanne“) her, die auf Mapudungun, der Sprache der Mapuche, pewen[2] heißt, in hispanisierter Schreibweise Pehuén. Pehuenche bedeutet demnach etwa „Tannenleute“, da sie sich ursprünglich überwiegend von den Samen der Andentanne ernährten. Sie gehörten ursprünglich der Volksgruppe der Tehuelche an.

Seit Beginn des 17. Jahrhunderts kam es zur Vermischung mit den Mapuche, die immer häufiger über die Anden kamen, um im östlichen Gebirgsvorland Rinder und Pferde zu züchten (siehe auch: Araukanisierung).[3] Dabei übernhamen die Pehuenche die Pferdezucht bzw. die gesamte Kultur der Mapuche und vermischten sich mit diesen Reiterkriegern.[4] Um 1725 zogen auch die Puhuenche als südamerikanische Reiterkultur in die Pampa.

Die Pehuenchen und andere Mapuchevölker beherrschten über lange Zeit Patagonien und hinderten die spanischen Konquistadoren und später die chilenischen und argentinischen Truppen mehrere Jahrhunderte lang in teilweise harten Kämpfen an der Besiedlung des Gebietes südlich der Flüsse Biobío und Río Colorado. Erst 1871 wurde das Gebiet am Westhang der Anden von Chile endgültig annektiert und im Anschluss daran massiv durch europäische Einwanderer besiedelt, die zu großen Teilen aus Deutschland kamen und die Urbevölkerung ziemlich schnell zurückdrängten. Einige Gruppen der Puelche-Indianer der Pampa Argentiniens, die von der Armee unterworfen bzw. vernichtet wurden, gingen in den Pehuenchen auf.[5]

Heute leben im südlichen Teil Zentralchiles neben anderen Mapuche auch kleinere Bevölkerungsteile der Pehuenche.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Lindig u. Mark Münzel (Hrsg.): Die Indianer. Band 2: Mark Münzel: Mittel- und Südamerika, 3. durchgesehene und erweiterte Auflage der 1. Auflage von 1978, dtv, München 1985, ISBN 3-423-04435-7. S. 119.
  2. Alberto Trivero: Diccionario Mapudungun-Español [Wörterbuch Mapudungun-Spanisch], Mondovì 1998, online hier abrufbar
  3. Michael Riekenberg: Kleine Geschichte Argentiniens. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-58516-6. S. 13–14.
  4. Hartmut Motz: Sprachen und Völker der Erde – Linguistisch-ethnographisches Lexikon. 1. Auflage, Band 1, Projekte-Verlag Cornelius, Halle 2007, ISBN 978-3-86634-368-9. S. 231.
  5. Willi Stegner (Hrsg.): TaschenAtlas Völker und Sprachen. 1. Auflage, Klett-Perthes, Gotha 2006, ISBN 978-3-12-828123-0. S. 261.