Mapudungun

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Mapudungun

Gesprochen in

Chile, Argentinien
Sprecher etwa 260.000
Linguistische
Klassifikation
Sprachcodes
ISO 639-1:

ISO 639-2:

arn

ISO 639-3:

arn

Mapudungun (mapu „Land, Erde“ + dungun „Sprache“) ist eine indigene Sprache, die in Chile und Argentinien von den Mapuche gesprochen wird. Sie ist auch unter den Namen Mapudungu, Mapusdugun, dem Ethnonym Mapuche sowie der Fremdbezeichnung Araukanisch (araucano) bekannt. Das Mapudungun wird von etwa 260.000 Menschen verstanden [1][2], ungefähr 250.000 in Chile und 10.000 in Argentinien; geschätzte 100.000 Mapuche nutzen diese Sprache regelmäßig.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Mapudungun-Grammatik wurde von Pater Luis de Valdivia im Jahre 1606 veröffentlicht.

Als die Spanier ins heutige Chile vordrangen, trafen sie auf drei Araukaner-Gruppen, von denen sie eine, die Pikumche (pikum „Norden“ + che „Volk“) schnell unterwarfen. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts hatte dann auch die südliche Araukaner-Gruppe ihre eigene Identität verloren und nur noch die zentrale Gruppe der Mapuche (mapu „Erde“ + che „Volk“) konnte ihre Eigenständigkeit bewahren. Offiziell ist Mapudungun in keinem Land Staatssprache.

Auf breiter Basis wurde die Sprache erstmals vom Ethnologen Rudolf Lenz und vom Kapuzinermönch Felix Kathan de Augusta (beide um 1900) beschrieben.

Dialekte[Bearbeiten]

Das Mapudungun hat mehrere Dialekte, die allesamt untereinander verständlich sind. In Argentinien sind dies die Dialekte

Das Huilliche, Wiriche oder Veliche (in der Region des Lago Nahuel Huapi, aber auch in Valdivia in Chile) ist mit diesen nicht wechselseitig verständlich, es wird teilweise auch als eigenständige Sprache aufgefasst.

Einfluss auf andere Sprachen[Bearbeiten]

Aus dem Mapudungun wurde das Wort „poncho“ ins Spanische und darüber hinaus in viele Sprachen, wie auch das Deutsche, übernommen.

In Chile gibt es zahlreiche geographische Bezeichnungen, die aus dem Mapudungun stammen. Dazu zählen Ortsnamen wie Temuco oder Namen von Flüssen wie dem Río Bío Bío.

Auch zahlreiche Pflanzen- und Tiernamen für die einheimische Flora und Fauna wurden aus dem Mapudungun ins chilenische Spanisch übernommen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fernando Zúñiga (2006): Mapudungun: El habla mapuche, Centro de Estudios Públicos, Santiago, ISBN 956-7015-40-6, pdf-Download_Phonemik, pdf-Download_Grammatik, pdf-Download_Syntax
  2. M. Crevels (2007): "South America", in Encyclopedia of the world’s endangered languages, Moseley (ed), Routledge, S.103–196, siehe auch Online Ethnologue