Perkussionsschloss

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Perkussionsschloss der Le Page in Laderast
Perkussionspistole, eidgenössische Ordonnanz 1817/42, Waadtländisches Militärmuseum Morges, Schweiz

Das Perkussionsschloss (von lateinisch percutere - schlagen) ist ein Mechanismus, der der Auslösung des Schusses bei Feuerwaffen dient.

Das Perkussionsschloss wird vor dem Schießen mit einer schlagempfindlichen Anzündladung (meist ein Anzündhütchen) bestückt. Beim Betätigen des Abzuges schlägt ein Hahn, der vor dem Schuss gespannt wird, auf die Anzündladung, die dann die Treibladung entzündet, worauf der Schuss bricht.

Der Vorläufer des Perkussionsschlosses war das Steinschloss, dessen Grundkonstruktion das Perkussionsschloss übernahm.

Eine der frühesten Konstruktionen eines Perkussionsschlosses stammt von Alexander John Forsyth, der sich seinen Entwurf 1807 patentieren ließ. Dieses Schloss besaß anstelle eines Zündhütchens ein waagerecht drehbares Magazin mit schlagempfindlichem Explosivstoff. Bei jeder Drehung gelangte eine bestimmte Menge des Pulvers in die Zündpfanne und wurde bei der Schussauslösung durch den Hahn entzündet.

Bei späteren Konstruktionen kamen Zündkapseln in Form von Kügelchen, Pillen oder Papierstreifen (ähnlich einem Zündplättchen) zum Einsatz.

In den Jahren 1814 bis 1816 ließen sich mehrere Erfinder kupferne Zündhütchen patentieren, die bei den bis heute im Sport- und Traditionsschießen verwendeten Perkussionswaffen hauptsächlich benutzt werden. Diese Zündhütchen werden vor dem Schuss auf einen hohlen Stift (Piston) gesteckt und beim Abschlagen des Hahnes gezündet.

Vorteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Perkussionsschloss ist unempfindlicher gegen Witterungseinflüsse und versagte generell seltener als seine Vorläufer. Deshalb setzte es sich schnell bei Militär- und Zivilwaffen durch. Es wurde wiederum ab Mitte des 19. Jahrhunderts durch das Zündnadelgewehr abgelöst.

Ein weiterer, elementarer Vorteil des Perkussionsschlosses ist der ausbleibende Blitz der in der Steinschloss-Pfanne befindlichen Vorladung des Vorgängers beim Abfeuern. Die allermeisten Gewehrschützen schlossen, bedingt durch die kurze Entfernung zwischen Pfanne und dem eigenen Gesicht, beim Abzug die Augen, um Verletzungen zu vermeiden und schossen daher praktisch blind, was fast immer zum „Verreißen“ und damit, exponentiell zur wachsenden Entfernung zum anvisierten Ziel, zum Fehlschuss führte. Dies war einer der Gründe, wieso Infanterieeinheiten mit Steinschlossgewehren so nahe an die feindlichen Reihen gebracht werden mussten, bevor die erste Salve befohlen werden konnte.

Nach Einführung des Zündhütchens stellten sich schnell deutlich höhere Trefferquoten bei Infanterieeinheiten ein, selbst wenn die erste Salve schon aus grösserer Distanz als bislang üblich abgegeben wurde, aus der der Feind noch gar nicht zum Schuss bereit war. Die neue Technik wurde somit schnell schlacht- und kriegsentscheidend.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]