Pfarrkirche Kroatisch Minihof

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Pfarrkirche Kroatisch Minihof

Die römisch-katholische Pfarrkirche Kroatisch Minihof steht frei auf dem baumbestandenen Anger beim Hauptplatz von Kroatisch Minihof (kroatisch Mjenovo, ungarisch Malomháza) in der Gemeinde Nikitsch (kroatisch: Filež, ungarisch: Füles) im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland. Sie ist der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht und gehört zum kroatischen Dekanat Großwarasdorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Kirche wurde 1731 erbaut und der heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Dabei wurde rund um die Kirche auch ein Friedhof angelegt. 1856 erfolgte eine große Renovierung. 1870 wurde Kroatisch Minihof zu einer selbstständigen Pfarre ernannt und somit pfarrlich von Nikitsch getrennt. So kam es im Jahr 1874 zum Bau einer neuen Kirche, wobei der Turm des Vorgängerbaus übernommen und um zwei Etagen erhöht wurde. Ein rundes Fenster auf mittlerer Höhe kennzeichnet seitdem jene Etage des Turmes, welche ursprünglich die Glockenstube war. Die Ausstattung der alten Kirche - aus dem 17. und 18. Jh. - wurde in die neue übertragen, fehlende Objekte wurden neu angeschafft. Der Friedhof wurde abgebrochen und an den damaligen Ortsrand verlegt, wobei historisch wertvolle Grabsteine dorthin verbracht wurden. In den Jahren 1996 bis 1998 erfolgte eine umfassende Renovierung und Restaurierung.[1]

Architektur und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist ein einfacher Saalbau im Stil des Klassizismus mit einem dreigeschossigen, vorgestellten Südturm. Die Giebelfassade hat einen Rundbogenfries. Der Chor ist flachrund geschlossen und etwas eingezogen. Er wird von den Oratorium- und Sakristeianbauten flankiert. Das Langhaus ist dreijochig und hat ein Platzlgewölbe zwischen doppelten Gurtbögen, die auf hohen Doppelpilastern ruhen. Die dreiachsige Empore wird von einem Platzlgewölbe getragen. Ein schmaler Triumphbogen trennt den Chor vom Kirchenschiff. Über dem Chor ist ebenfalls ein Platzlgewölbe. Der Hochaltar, ein barocker Säulenaltar, wurde um 1740 errichtet. Im Altaraufsatz befindet sich eine plastische Figurengruppe der Heiligen Dreifaltigkeit. Seitlich sind kleine Figuren die die Heiligen Sebastian und Rochus darstellen. Das Altarbild der Heiligen Dreifaltigkeit entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der linke Seitenaltar mit dem Altarbild Maria Lourdes entstand wie der rechte Seitenaltar, mit einem Bild des heiligen Antonius Ende des 19. Jahrhunderts. Der rechte Seitenaltar hat keinen Aufsatz. Die Kanzel, welche nach einem barocken Vorbild errichtet wurde, stammt aus dem 19. Jahrhundert. Das Taufbecken mit Täufergruppe wurde 1871 geschaffen. An der Nordwand befindet sich eine Eisenstädter Madonna, eine polychrome, bekleidete Glockenmadonna aus Holz vom Ende des 17. Jahrhunderts. Über der Sakristeitür hängt ein Ölbild aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, das den heiligen Leonhard darstellt. Die vierzehn nazarenischen Kreuzwegstationen wurden im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts gemalt.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Maria Jahns: Crikva i fara - Kirche und Pfarre, S. 166-189, in: Gemeinde Nikitsch (Hrsg.), Mjenovo. Kroatisch Minihof, 2013
  2. Dehio Burgenland 1976, Kroatisch Minihof, Kath. Pfarrkirche zur hl. Dreifaltigkeit, S. 162.

Koordinaten: 47° 31′ 34″ N, 16° 38′ 43″ O