Pilot-Konditionierungsanlage Gorleben

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Die Pilot-Konditionierungsanlage (PKA) in Gorleben ist eine Mehrzweckanlage, die in erster Linie zur Konditionierung abgebrannter Brennelemente im Hinblick auf deren Endlagerung dient. In der PKA sollen die Verpackungsverfahren für Brennelemente und radioaktive Abfälle entwickelt und optimiert werden. Sie ist damit ein wesentlicher Baustein des Entsorgungsweges der direkten Endlagerung. Dieser Entsorgungsweg, bei dem keine Wiederaufarbeitung der Brennelemente stattfindet, soll ab 2005 laut Atomgesetz der einzige zulässige Weg sein.

Teile der Pilot-Konditionierungsanlage (rechts) sowie der Atommüll-Zwischenlagerhalle Gorleben (links)

Aufgaben der PKA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufgaben der PKA sind:

  • die Konditionierung von Brennelementen
  • das Umladen von Brennelementen und Abfallgebinden
  • die Konditionierung von radioaktiven Abfällen
  • die Durchführung von Servicearbeiten an Transport- und Lagerbehältern und Abfallgebinden.

Unter der Konditionierung von Brennelementen ist hier das Verpacken in endlagerfähige Behälter zu verstehen. Zwei Varianten werden dabei in Betracht gezogen:

  1. Konditionierung von Brennelementen in POLLUX-Behälter (Referenzkonzept)
  2. Konditionierung von Brennelementen in Brennstabkokillen (Option)

Bei beiden Varianten werden zunächst die Kopf- und Fußstücke der Brennelemente abgetrennt und die Brennstäbe aus den Brennelementen gezogen.

Konzept POLLUX-Behälter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim POLLUX-Konzept werden die gezogenen Brennstäbe anschließend in Büchsen eingebracht. Der POLLUX-Behälter kann die Brennstäbe von bis zu 10 DWR- oder bis zu 30 SWR-Brennelementen aufnehmen. Er besteht aus einem Innenbehälter, der die Büchsen mit den Brennstäben aufnimmt und mit einem verschraubten Primär- und einem verschweißten Sekundärdeckel verschlossen ist. Ein äußerer Abschirmbehälter aus Gusseisen bewirkt eine zusätzliche Reduzierung der Gamma- und der Neutronendosisleistung.

Konzept Brennstabkokille[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Konzept der Brennstabkokille ist eine neuere Entwicklung als Alternative zum POLLUX-Behälter. Eine Brennstabkokille kann die Brennstäbe von bis zu 3 DWR- oder bis zu 9 SWR-Brennelementen aufnehmen. Die Brennstabkokillen haben denselben Außendurchmesser wie die HAW-Glaskokillen. Dies erleichtert die Handhabungs- und Lagertechniken im Endlager. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Kokillen mit unterschiedlichen Wärmeleistungen in einem Endlagerbohrloch gemischt werden können, so dass die Wärmeverteilung entsprechend gesteuert werden kann.

Kapazität der PKA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der genehmigte Jahresdurchsatz beträgt wegen des Pilotcharakters der Anlage lediglich 35 t Schwermetall. Technisch wäre jedoch ein erheblich größerer Durchsatz möglich.

Status der Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Genehmigungsverfahren für die PKA wurde im Dezember 2000 mit der dritten Teilerrichtungsgenehmigung abgeschlossen. Aufgrund der Verzögerungen bei der Endlagererkundung soll der eigentliche Betrieb der genehmigten und noch nicht funktionsbereiten Konditionierungsanlage erst dann getestet werden, wenn sich der für die Endlagerung verantwortliche Bund für einen definitiven Endlagerstandort entschieden hat. Daher ist die Nutzung der Anlage vorerst auf die Reparatur schadhafter Behälter beschränkt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 53° 2′ 3″ N, 11° 20′ 20″ O