Pinne (Schiffbau)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pinne (Holz) auf einer Jolle; sie ist mit dem beweglichen Ruderblatt (weiß, links unten) verbunden; sichtbar außerdem der blaugraue Ausleger

Die Pinne (auch Helmstock oder Ruderstock, im englischen auch Tiller) ist auf Wasserfahrzeugen der Hebel, mit dem das Ruder bedient wird, um das Fahrzeug zu steuern. Pinne und Ruder sind zumeist in einem gemeinsamen Angelpunkt durch einen Ruderschaft verbunden.

Benutzung des Pinnenauslegers beim Jollensegeln

Auf Segelbooten bis etwa 35 Fuß (ca. 10,5 Meter) besitzt die Pinne meistens einen Pinnenausleger (oder einfach Ausleger): Auf dem Ende der Pinne ist mit einem drehbaren Gelenk ein Stock befestigt, so dass die Pinne über diese Verlängerung bewegt werden kann. Sie kann dadurch auch dann noch bedient werden, wenn sich der Steuermann beispielsweise beim Ausreiten von ihr entfernen muß. Ausleger sind meist aus faserverstärktem Kunststoff oder Aluminiumrohr gefertigt und enden in einem Quergriff. Bis ins 18. Jahrhundert wurde der Kolderstock benutzt, um dem Rudergänger eine bessere Position zu geben.

Richtungsänderung nach Steuerbord (F.1: mit Pinne; F.2: mit Steuerrad)

Hat ein Außenbordmotor im Betrieb die Funktion des Ruders und verfügt er über einen Hebel, der zum Schwenken des Motors dient und an dem sich in der Regel auch Gasdrehgriff und Schalthebel befinden, wird dieser Hebel ebenfalls als Pinne bezeichnet.

Auf größeren Booten und Schiffen wird zur Bedienung des Ruders zumeist ein Steuerrad verwendet. Während hier die gewünschte Richtungsänderung erreicht wird, indem das Steuerrad in eben diese Richtung gedreht wird, muß bei der Pinnensteuerung in die entgegengesetzte Richtung gesteuert werden. Soll also nach Backbord gedreht werden, muß die Pinne nach Steuerbord gelegt werden und umgekehrt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]