Plan R 4

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Der Begriff Plan R 4 bezeichnet einen britischen Plan zur Invasion des neutralen Staates Norwegen während des Zweiten Weltkrieges. Der Plan sah die Invasion Norwegens im April 1940 vor.

Ähnliche Pläne hatten Briten und Franzosen schon während des finnisch-sowjetischen Winterkrieges vorbereitet. Ziel dieser Pläne war es, das Deutsche Reich von der kriegswichtigen Versorgung mit Eisenerz aus dem schwedischen Kiruna abzuschneiden. Hierzu war insbesondere die Besetzung des norwegischen Hafens Narvik, dem Endpunkt und Verladehafen der schwedischen Erzbahn, strategisch wichtig. Auch hätte die Besetzung Norwegens den Briten die Sperrung des nördlichen Nordseezugangs ermöglicht sowie eine operative Basis für Luftangriffe gegen Deutschland gebildet.

Die deutsche Besetzung Dänemarks und Norwegens war die strategische Antwort der deutschen Seite auf diese Planungen. Die deutsche Seite vermutete aufgrund von Ergebnissen der Luftaufklärung und von abgehörten Funkgesprächen einen derartigen britischen Plan. Um diesen zu vereiteln plante das deutsche Oberkommando deshalb die Operation Weserübung zur Besetzung Norwegens und Dänemarks. Der geplante Präventivschlag gelang: Am 8. April stach das alliierte Expeditionskorps in See – aber da war 'Operation Weserübung' bereits angelaufen.[1][2]

Ein Teilelement von Plan R 4 war die Operation Wilfred.

Literatur[Bearbeiten]

  • Earl F. Ziemke: Chapter 2, The German Decision to Invade Norway and Denmark. (2000) [1960]
  • Winston Churchill: Der Zweite Weltkrieg. Fischer (Tb.), Frankfurt 2003; Auflage: 4, ISBN 978-3-596-16113-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Manuel Ruoff: Deutschland kam England zuvor. Preußische Allgemeine Zeitung, Nr. 13, 3. April 2010, S. 10
  2. The German Decision to Invade Norway and Denmark. In: Command Decisions. United States Army Center of Military History, 2000, CMH Pub 70-7.