Pneumoenzephalografie

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Pneumoenzephalogramm

Die Pneumoenzephalografie oder auch Pneumoencephalografie bzw. Pneuencephalogramm ist eine kontrastverstärkende Methode, oberflächliche Strukturen des Gehirns in konventionellen Röntgenaufnahmen darzustellen. Sie wurde 1919 vom amerikanischen Neurochirurgen Walter Edward Dandy eingeführt.[1] Diese Methodik galt damals als Meilenstein der Diagnostik, doch sie ist heute obsolet.

Methodik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer Pneumoencephalografie wird der Liquor cerebrospinalis über einen lumbalen oder subokzipitalen Zugang abgesogen und in gleichem Maße Luft eingeleitet. Durch Lagerung des Patienten kann nun erreicht werden, dass sich die Hirnwindungen gegen die Luft sehr deutlich abzeichnen. So konnten in vivo bei geschlossener Schädeldecke erstmals die Hirnwindungen radiografisch dargestellt werden und so bei neuralen Auffälligkeiten der Verdacht auf Tumore, Schwellungen oder Malformationen abgeklärt werden. Auch konnten so abgekapselte Hämatome (subdural wie epidural) sichtbar gemacht werden.

Nebenwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Punktion des Liquorraumes können Hämatome entstehen, sowie vernichtende Kopfschmerzen, subarachnoidale Blutungen, Krampfanfälle oder sogar Meningoenzephalitis auftreten. Auch mehrere Todesfälle, besonders bei Kindern, wurden dokumentiert.[2]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pneumoenzephalographie stellte zu ihrer Zeit einen Meilenstein der Diagnostik dar, da erstmals eine Befundüberprüfung stattfinden konnte, ohne den Schädel (mit den damaligen, hochriskanten Mitteln) eröffnen zu müssen.

Diese Untersuchungsmethode gilt heute als obsolete Technik, es gibt absolut keine Indikation mehr, da die Schichtbildgebung (Magnetresonanztomographie und Computertomographie) sowie beim Säugling Ultraschalltechniken ein erheblich geringeres sekundäres Gefährdungspotenzial besitzen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walter E. Dandy, MD. In: The Society of Neurological Surgeons. Abgerufen am 20. April 2016 (englisch).
  2. Gergely Klinda: Zur Geschichte der Pneumenzephalographie, S. 150 ff.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]