Polyglott

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Polyglott (Adjektiv, vom altgriechischen πολύγλωττος (polýglōttos) für mehrsprachig, das seinerseits auf πολυ (poly) für viel und γλῶττα (glōtta) für Zunge, Sprache[1][2] zurückgeht) nennt man eine Person, die viele Sprachen spricht (auch Multilinguale, Mehrsprachige). Es ist nicht definiert, wie viele Sprachen man wie gut sprechen können muss, um polyglott genannt zu werden, noch ist der Grad der aktiven und passiven Beherrschung einer Sprache objektiv definiert.[3] Viele dieser Punkte werden auch im Artikel Mehrsprachigkeit angesprochen.

Bekannte Polyglotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inbegriff eines polyglotten Menschen sind der englische politische Ökonom, Reisende und Schriftsteller Sir John Bowring, der über 200 Sprachen kannte und über 100 davon auch sprach, der deutsche Diplomat Emil Krebs[4], der 68 Sprachen in Wort und Schrift beherrschte, sowie der italienische Kardinal Mezzofanti, der Italien nie verließ, aber 38 Sprachen beherrschte und 50 Dialekte aus verschiedenen Sprachen kannte.

Ein lebender Polyglotter ist der Grieche Ioannis Ikonomou, der über 30 Sprachen spricht und als Übersetzer für die Europäische Kommission in Brüssel arbeitet.[5]

Forscher um Michael Chee vom Cognitive Neuroscience Laboratory in Singapur haben herausgefunden, dass Menschen, die eine Fremdsprache leicht erlernen, die als Insula bezeichnete Region ihres Gehirns intensiver nutzen, denn in dieser Region werden ungewohnte Klangmuster unbewusst abgespeichert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Erard: Babel No More: The Search for the World’s Most Extraordinary Language Learners. New York: Free Press, 2012; ISBN 978-1-4516-2825-8
  • Peter Hahn (Hrsg.): Emil Krebs – Kurier des Geistes, mit Beiträgen von Harald Braun (Vorwort), Katrin Amunts, Otto Julius Bierbaum, Peter Hahn, Gunnar Hille, Eckhard Hoffmann, Antonio Reda, Hans-Ulrich Seidt und Jürgen Stich, Badenweiler: Oase Verlag, 2011, ISBN 978-3-88922-097-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: polyglott – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. John Simpson und Edmund Weiner: The Oxford English Dictionary, Second Edition. Oxford University Press, Oxford, 1989, ISBN 978-0-19-861186-8. Artikel zu polyglot
  2. Eintrag in der Datenbank der offiziellen Internetseite des Duden zu polyglott; siehe: duden.de
  3. Christian Lehmann: Polyglossie [1]
  4. Cecile und Oskar Vogt Archiv, Düsseldorf, Interview Dr. Zwirner/Mande Krebs im Hirnforschungszentrum Berlin-Buch 1930; Nachruf Prof. Dr. Eduard Erkes, Litterae Orientales 1931, S. 13 und 14
  5. Europäische Kommission: Häufig gestellte Fragen: Mehrsprachigkeit und Sprachenlernen 25. September 2012 [2]