Polyvinylacetale

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Polyvinylacetal (R=H, Alkyl) mit einem Acetalisierungsgrad von 75 %.

Polyvinylacetale bilden eine Gruppe von Kunststoffen deren wichtigste Vertreter Polyvinylformal (PVFO), Polyvinylacetaldehyd und Polyvinylbutyral (PVB) sind. Sie zählen zu den Thermoplasten.[1]

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polyvinylacetale werden aus Polyvinylalkohol durch Acetalisierung mit einem Aldehyd unter Wasserabspaltung hergestellt, wobei der Acetalisierungsgrad variieren kann. Im unten abgebildeten Polymerausschnitt liegt der Acetalisierungsgrad bei 75 % (75 % der Hydroxygruppen des Polyvinylalkohols sind zu Acetalgruppen umgesetzt, 25 % sind übrig geblieben):

Herstellungsschema für Polyvinylacetale  mit einem Acetalisierungsgrad von 75 %.

Dabei nimmt mit zunehmendem Acetalisierungsgrad die Zugfestigkeit (N·mm−2) zu. In geringem Umfang kann die Acetalbildung auch zwischen zwei Polyvinylalkohol-Ketten erfolgen, so dass Vernetzung auftritt.[2]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

PVFO wird für Drahtisolierung und Lack für Benzinkanister benutzt. PVB wird unter anderem als Zwischenschicht zwischen den Glasscheiben von Windschutzscheiben[3] eingesetzt, da es sich durch eine splitterbindende Wirkung und hohe Reißfestigkeit auszeichnet. Weiterhin werden PVB-Harze als Bestandteile von Metallfolienlacken und Einbrennlacken eingesetzt.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brockhaus ABC Chemie. VEB F. A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1965, S. 1123.
  2. a b Karlheinz Biederbick: Kunststoffe. 4. Auflage, Vogel-Verlag, 1977, ISBN 3-8023-0010-6, S. 110–111.
  3. Sebastian Kotzenburg, Michael Maskus, Oskar Nuyken: Polymere – Synthese, Eigenschaften und Anwendungen. Springer Spektrum, 2014, ISBN 978-3-642-34772-6, S. 430–431.