Polyvinylbutyral

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Strukturformel
Polyvinylbutyral 75%
Strukturausschnitt mit 75 % Acetalisierungsgrad
(R = n-C3H7)
Allgemeines
Name Polyvinylbutyral
CAS-Nummer 63148-65-2
Monomere/Teilstrukturen mit Butanal acetalisierter Polyvinylalkohol
Art des Polymers

Thermoplast

Eigenschaften
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,08[1]

Schmelzpunkt

90–120℃[1]

Glastemperatur

68 °C[2]

Wasseraufnahme

4-6 Gew.-%[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][3]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 36/37/38
S: 26
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Polyvinylbutyral (PVB) ist ein Kunststoff aus der Gruppe der Polyvinylacetale. PVB wird vor allem als Schmelzklebstoff in Form von Zwischenfolien für Verbund-Sicherheitsglas verwendet wird.

Herstellung[Bearbeiten]

PVB wird aus Polyvinylalkohol durch Acetalisierung mit Butanal hergestellt, im unten abgebildeten Polymerausschnitt mit einem Acetalisierungsgrad von 75 %:

Herstellungsschema für Polyvinylbutyral mit einem Funktionalisierungsgrad von 75 %.

Dabei ist aus statistischen Gründen maximal eine Funktionalisierung von etwa 80 % erreichbar. Da Polyvinylalkohol durch Hydrolyse von Polyvinylacetat hergestellt wird, enthält technisches PVB auch noch Acetylgruppen (mindestens ca. 2 %).

Eigenschaften[Bearbeiten]

Polyvinylbutyrale mit niedrigem Acetalisierungsgrad sind wasserlöslich, hoch acetalisierte Harze lösen sich in Alkoholen. PVB-Harze mit einem höheren Anteil an Acetylgruppen sind auch in Aromaten löslich. Beim Einsatz als Zwischenschicht zwischen Glasscheiben ist keine komplette Funktionalisierung erwünscht, da die freien OH-Gruppen eine bessere Bindung zum Glas ermöglichen.

Verwendung[Bearbeiten]

So wird PVB unter anderem als Zwischenschicht zwischen den Glasscheiben von Windschutzscheiben[5] eingesetzt, da es sich durch eine splitterbindende Wirkung und hohe Reißfestigkeit auszeichnet.

Weiterhin werden PVB-Harze als Bindemittel eingesetzt, z. B. in Druckfarben, Korrosionsschutzprimern, Kunststoff- und Holzlacken, Verpackungslacken und Pigmentpräparationen. Außerdem finden sie Verwendung als temporäre Bindemittel für Keramiken, da sie bei Temperaturen oberhalb 500 °C rückstandsfrei verbrennen.

Handelsnamen[Bearbeiten]

  • PVB: Butvar, Mowital, Pioloform
  • PVB-Folien: BUTACITE, SAFLEX, S-Lec, TROSIFOL

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b chemnet.com Polyvinyl butyral
  2. a b Herstellerdatenblatt kremer-pigmentePolyvinylbutyral 30
  3. a b c Datenblatt Butvar® B-98, bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 16. Februar 2015 (PDF).
  4. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist nur noch auf Altbeständen zu finden und von rein historischem Interesse.
  5. Sebastian Kotzenburg, Michael Maskus, Oskar Nuyken: Polymere – Synthese, Eigenschaften und Anwendungen, Springer Spektrum, 2014, S. 430–431, ISBN 978-3-642-34772-6.