Ponerologie

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Ponerologie (aus dem Griechischen poneros, „Böses“) beschreibt das Studium des Bösen. Der Begriff entstammt ursprünglich der Theologie.

Theologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptsächliche Teilbereiche des theologischen Gebietes sind

  • die Natur des Bösen
  • der Ursprung des Bösen
  • das Verhältnis des Bösen zur göttlichen Herrschaft[1]

Karl Immanuel Nitzsch unterscheidet in seinem System der christlichen Lehre die drei wesentlichen Rubriken:

Er unterteilte Ponerologie in die Bereiche „Sünde“ und „Tod“.[2][3]

Augustinus unterschied zwei Formen des Bösen:

  • Moralisch Böses – vorsätzlich von bösen Menschen begangen, im Wissen, dass sie Böses tun.
  • Natürlich Böses – Dinge die einfach geschehen, wie z. B. Naturgewalten und Seuchen.

Politische Ponerologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der polnische Psychologe Andrzej M. Lobaczewski unterschied 1984 zusätzlich das makrosoziale Böse, das sich in einer Gesellschaft konstituieren und diese nahezu vollständig durchdringen kann. Dies geschieht in Form einer Pathokratie, d. h. einer psychopathischen Herrschaftsstruktur.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andrzej M. Lobaczewski: Politische Ponerologie. Eine Wissenschaft über das Wesen des Bösen und ihre Anwendung für politische Zwecke. Les Editions Pilule Rouge, Castelsarrasin 2014, ISBN 978-2-916721-69-9 (3. Auflage).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. the presbyterian review,Oxford University, 1881 auf Google Books, abgerufen am 2. Juli 2014
  2. The Methodist Review, Band 77, University of California, 1895, auf Google Books, abgerufen am 2. Juli 2014
  3. Carl Immanuel Nitzsch: System of christian doctrine, T & T Clark, 1859 auf Google Books, abgerufen am 2. Juli 2014