Präferenz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum sexualwissenschaftlichen Kontext siehe Sexualpräferenz. Zur Theorie nach Catherine Hakim siehe Präferenztheorie (Hakim)

Präferenz bezeichnet den Vorzug oder die Begünstigung einer Alternative, oder die Vorliebe, die ein Individuum für etwas hat. Wenn jemand lieber ins Kino geht als ins Theater, dann präferiert er Kino gegenüber Theater. Wenn die Eltern ihre Tochter lieber haben als ihren Sohn, dann präferieren sie die Tochter gegenüber dem Sohn.

Volkswirtschaftslehre[Bearbeiten]

In der Volkswirtschaftslehre erklärt man das individuelles Verhalten oft durch Präferenzen und Handlungsbeschränkungen. Hiernach wählen Individuen aus einer vorgegebenen Menge möglicher Alternativen das präferierte Element.

Hauptartikel: Präferenzrelation

Handelspolitik[Bearbeiten]

In der Handelspolitik werden tarifäre Begünstigungen als Präferenzzollsatz bezeichnet.

Marketing[Bearbeiten]

Eine Präferenz-Strategie ist eine Marketing-Strategie, bei der die Erzeugung eines besonderen Markenimages im Vordergrund steht. Wenn das gelingt, kann die Absatzmenge des Produktes steigen und/oder der Preis erhöht werden. Es gibt auch Produkte, bei denen der Absatz steigt, weil der Preis gestiegen ist (siehe Snobeffekt).

Soziologie[Bearbeiten]

In der Soziologie werden Präferenzen häufig über die individuelle Sozialisation erklärt.

Die Soziale Produktionsfunktion ist ein soziologisches Konzept des Soziologen Siegwart Lindenberg mit dem Ziel, eine Erklärung für die Art der Präferenzen von Menschen zu geben.

Messung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Direkte Präferenzmessung
Hauptartikel: Indirekte Präferenzmessung

Zur Messung von Präferenzen wurde eine Reihe von Verfahren entwickelt. Grundsätzlich ist hierbei zwischen direkten und indirekten Verfahren zur Präferenzmessung zu unterscheiden. Bei der direkten Präferenzmessung werden die Probanden unmittelbar nach Ihren Präferenzen für eine bestimmte Alternative (z. B. eine politische Partei, ein Produkt) befragt. Im Gegensatz dazu werden die Probanden bei der indirekten Präferenzmessung nicht direkt zu einer einzelnen Alternative befragt, sondern die Präferenzen der Probanden werden indirekt auf Basis von zum Beispiel Auswahlentscheidungen zwischen verschiedenen Alternativen (z. B. mehrere politische Parteien, mehrere Produkte) berechnet. Die Methoden zur Präferenzmessung lassen sich weiterhin danach unterscheiden, ob sie in einem hypothetischen oder einem so genannten anreiz-kompatiblen (d.h. realen) Kontext durchgeführt werden. Weiter wird zwischen objektiven, subjektiven und verhaltensbezogenen Messverfahren unterschieden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]


Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Präferenz – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen