Praktischer Arzt

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Praktischer Arzt respektive Praktische Ärztin ist eine seit der Weiterbildungsordnung von 1992 nicht mehr neu vergebene Berufsbezeichnung für einen niedergelassenen Arzt ohne eine zum Führen der Bezeichnung "Facharzt" obligate Weiterbildung. Wer eine spezifische dreijährige Ausbildung in der Allgemeinmedizin abgeschlossen hatte oder wer am 1. Januar 1990 als niedergelassener Arzt die Bezeichnung "praktischer Arzt" geführt hat, darf sie weiter führen, ferner derjenige Arzt, der die genannten Ausbildung vor dem 1. Januar 2003 aufgenommen und vor dem 1. Januar 2006 abgeschlossen hat. Eine Niederlassung als Vertragsarzt ist ohne Weiterbildung zum Facharzt in Deutschland seit 2003 nicht mehr möglich. Im Rahmen der europäischen Harmonisierung (Umsetzung der Richtlinie 93/16/EWG) wurde die Bezeichnung "Praktischer Arzt" vom Arzt für Allgemeinmedizin abgelöst.[1]

Seitdem gilt der „Facharzt für Allgemeinmedizin“ beziehungsweise der „Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin“ als Voraussetzung für eine hausärztliche Tätigkeit mit Kassenzulassung. Ärzte ohne abgeschlossene Facharztausbildung können sich auch weiterhin in einer Privatpraxis niederlassen. In Ausnahmefällen, wie im kassenärztlichen Bereitschaftsdienst (zu dem sie verpflichtet sind), bei Notfällen oder bei einer Praxisvertretung dürfen sie ihre für Kassenpatienten erbrachten Leistungen gegenüber den Krankenkassen abrechnen.

In der Schweiz ist „praktischer Arzt“ der Minimaltitel für Fachärzte und kann nach dreijähriger Weiterbildung erworben werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heilberufe-Kammergesetz Art. 21 ff., Bayerische Landesärztekammer