Propstei (Kirche)

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Eine Propstei (veraltet auch Probstei, lateinisch praepositura) ist ursprünglich ein Kloster, dem ein Propst vorsteht, zudem bezeichnet das Wort das Amt, die Dignität (Würde), den Amtsbereich oder auch den Amts- bzw. Wohnsitz eines Propstes. Die jeweilige Bedeutung ergibt sich aus dem Kontext.

Evangelische Kirchen Deutschlands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einigen evangelischen Landeskirchen und der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche ist die Propstei eine Verwaltungseinheit. Der Sprachgebrauch ist uneinheitlich: In einigen Landeskirchen wie der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland stellt die Propstei die untere Verwaltungsebene dar und setzt sich aus mehreren Kirchengemeinden zusammen. Diese ist in der allgemeinen Verwaltung dem deutschen Landkreis vergleichbar und entspricht in der römisch-katholischen Kirche dem Dekanat. In anderen Landeskirchen wie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland ist die Propstei dagegen die mittlere Verwaltungsebene, die in der allgemeinen Verwaltung dem deutschen Regierungsbezirk vergleichbar ist, und setzt sich aus Dekanaten sowie Kirchenkreisen zusammen.

An der Spitze der Propstei steht der Propst. Auf der unteren Verwaltungsebene haben Propsteien die Propsteisynode als Gremium.

Römisch-katholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der römisch-katholischen Kirche existieren historisch bedingt etliche Varianten der Propstei. Gemeinsam ist ihnen, dass der Amtsträger den Titel Propst führt und in den allermeisten Fällen eine Verbindung zu einem Kathedral- oder Stiftskapitel bzw. zu einem (monastischen) Kloster besteht oder bestand. So werden etwa auch klösterliche Niederlassungen als Propstei bezeichnet. Dabei kann es sich sowohl um eine kirchenrechtlich selbständige Niederlassung (vergleichbar dem Status einer Abtei), als auch um ein sogenanntes abhängiges Haus (vergleichbar einem Priorat) handeln.

Genaueres zu den einzelnen Bedeutungen siehe → Propst

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Göbell: Art. „Propst“. In: RGG. 3. Auflage. Bd. 5, Sp. 638 f.
  • Philipp Hofmeister: Art. „Propst“. In: LThK. 2. Auflage. Bd. 8. Freiburg 1963, Sp. 808.
  • Georg Schwaiger (Hrsg.): Mönchtum-Orden-Klöster. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Beck, München 1993, S. 370.
  • H. Mertens: Zur Rechtsordnung: Die Propstei. In: Der Convent. Band 2, 1956, S. 381–390.