Pumptrack

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Pumptrack-Parcours bei Werbach in Deutschland

Ein Pumptrack ist eine speziell geschaffene Mountainbikestrecke (engl. kurz track). Das Ziel ist es, darauf, ohne zu treten, durch Hochdrücken (engl. pumping) des Körpers aus der Tiefe am Rad Geschwindigkeit aufzubauen. Der oder die Radfahrerin steht dabei auf den Beinen und sitzt nur kurz zum Starten im Sattel.

Ein Pumptrack ist als Rundkurs meist aus Erde oder Lehm geschaffen. Der etwa ein Meter breite „Biketrail“ ist mit Wellen und weiteren Elementen wie Steilwandkurven oder Sprüngen versehen. Er kann in beide Richtungen gefahren werden, da er in flachem Gelände gebaut wird. Neuere Varianten von Pumptracks werden mit harten Oberflächenmaterialien wie Asphalt oder Beton gestaltet. Die feste Oberfläche hat Vorteile bei der Instandhaltung und der Vielfalt der Nutzergruppen. So können Asphalt- und Betonanlagen auch mit Skateboards, Mini-Rollern und sogar Inline-Skates genutzt werden. Viele Kommunen entdecken Pumptracks als gute Möglichkeit zur Bewegungsförderung.

Um ein Fahrrad durch pumpendes Drücken effizient beschleunigen zu können, benötigt es einen spezifischen Abstand der einzelnen Wellen, die etwa Sinuskurven darstellen, sowie spezifische Kurvenradien. Die Schwierigkeit ergibt sich aus der Geschwindigkeit des Fahrers. Ein Pumptrack kann mit jedem Mountainbike gefahren werden, Fortgeschrittene wählen eher kleine und ungefederte Mountainbikes. Gute Federungen von Mountainbikes können festgestellt werden.

Pumptrack Gerlingen

Der Pumptrack ist als Trainingsbereich und Skillcenter vorgesehen und ermöglicht ein sehr spielerisches Fahrgefühl.

Pumptracks können mit Mountainbike, BMX-Rad, Laufrad, Scooter, Skateboard aber auch – schmalspurig – mit Inlineskates befahren werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Pumptracks wurden in den 1970er bis 1980er Jahren, zur Zeit des aufkommenden BMX-Sports, in den USA angelegt. Diese sind jedoch noch als rudimentäre BMX-Strecken zu verstehen.

Im Jahr 2003 entstanden in Australien die ersten Pumptracks im modernen Sinn. Diese wurden von Profidownhillern als deren Trainingsinstrument erbaut. Medial bekannt wurden Pumptracks im Jahre 2005 mit dem Mountainbikefilm Earthed 2, in dem der Profidownhiller Mick Hannah einen Pumptrack in seinem Garten fuhr. Zur gleichen Zeit machte sich Steve Wentz, auch ein Profidownhiller, daran, einen Pumptrack in den USA zu bauen. Daraus entstand die Gruppe um Lee McCormack, die heute als bedeutende Vorreiter des Pumptrackbaus gelten. McCormack verschaffte sich viel Respekt in der Pumptrackszene mit seiner Anleitung zum Bau eines Pumptracks aus dem Jahr 2006.

Pumptrack Quito

Seit einigen Jahren wurde wiederholt ein Pumptrack am Bikefestival Wien aufgebaut, 2019 ein modularpumptrack von Parkitect.[1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lee McCormack: Welcome To Pump Track Nation – How To Build And Ride The Best Pump Track On Earth – Yours. Juli 2008, ISBN 0-9745660-1-2. (englisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pumptracks – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Friedl: Bildbericht Argus Bike Festival 2019. Nix für Sportler, reine Zeitverschwendung, und sowieso und überhaupt. Warum es etwas, das kein wirklich radelnder Mensch braucht, schon so lange geben kann. Ein Annäherungsversuch. In: bikeboard.at. 2. April 2019, abgerufen am 7. September 2020.