RACI

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Mit RACI wird eine Technik zur Analyse und Darstellung von Verantwortlichkeiten bezeichnet. Der Name leitet sich aus den Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe Responsible, Accountable, Consulted und Informed ab.

Methode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organisationen nutzen die Kategorisierung nach RACI, um zu beschreiben, welche Rolle für welche Aktivitäten verantwortlich ist, und welche Rollen zu beteiligen sind. So kann man zu einer klaren Beschreibung der Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten gelangen.

Dabei werden die Begriffe wie folgt interpretiert:

  • Responsible – verantwortlich (Durchführungsverantwortung), zuständig für die eigentliche Durchführung. Die Person, die die Initiative für die Durchführung (auch durch Andere) gibt. Sie kann die Aktivität auch selbst durchführen. Wird auch als Verantwortung im disziplinarischen Sinne interpretiert.
  • Accountable – rechenschaftspflichtig (Kostenverantwortung), verantwortlich im Sinne von „genehmigen“, „billigen“ oder „unterschreiben“. Die Person, die im rechtlichen oder kaufmännischen Sinne die Verantwortung trägt. Wird auch als Verantwortung aus Kostenstellensicht interpretiert.
  • Consulted – konsultiert. Eine Person, die vielleicht nicht direkt an der Umsetzung beteiligt ist, aber relevante Informationen für die Umsetzung hat und deshalb befragt werden soll oder muss, oder die eigentliche Arbeit ausführt (entspricht dann dem Work im REWA Konzept).
  • Informed – zu informieren (Informationsrecht). Eine Person, die Informationen über den Verlauf bzw. das Ergebnis der Tätigkeit erhält oder die Berechtigung besitzt, Auskunft zu erhalten.

In der Regel sollte pro Aktivität nur eine Person (Rolle) accountable und responsible sein. Dagegen können mehrere Personen bei einer Aktivität consulted oder informed sein. Ebenso kann es vorkommen, dass eine Person für eine Aktivität gleichzeitig accountable und responsible ist. Wenn für eine Aktivität keine Person als responsible definiert ist, nennt man dies "Lack of responsibility". Wenn mehr als eine Person responsible ist, spricht man von "overlap in responsibility".

Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als übersichtliche Darstellung hat sich die RACI-Matrix oder RACI-Diagramm bewährt. Dabei werden in einer Matrix Rollen gegen Aktivitäten aufgetragen. Durch Eintragen der Buchstaben R, A, C und I werden die Aktivitäten den Rollen zugeordnet.

Die Abbildung zeigt eine einfache RACI-Matrix für den Prozess „Autoreparatur“.

Beispiel RACI-Matrix: Autoreparatur

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RASCI oder RASIC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusätzlich steht S für Supportive – unterstützend. Die Person kann eine unterstützende Rolle spielen oder Betriebsmittel zur Verfügung stellen.

RACI-VS oder VARISC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

V steht für Verify – Eine Person, die das Ergebnis einer Aktivität gegen bestimmte Akzeptanzkriterien prüft.

S steht für Sign-Off – Eine Person, die das Ergebnis von V bestätigt und die Auslieferung genehmigt.

CAIRO oder RACIO[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

O für Omitted – ausgelassen. Eine Person, die ausdrücklich nicht beteiligt ist. Manchmal kann es hilfreich sein, zusätzlich zu den oben genannten Zuständigkeiten zu definieren, dass bestimmte Personen bewusst nicht an einer Aktivität beteiligt sind.

IBZED-Code[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenfalls bekannt ist das IBZED-Schema. Dabei stehen die Buchstaben für folgende Verantwortlichkeiten im Prozess.

  • I steht für Information
  • B steht für Beratung
  • Z steht für Zustimmung
  • E steht für Entscheidung
  • D steht für Durchführung

REWA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittlerweile ebenfalls bei Unternehmen gesehen, als Abwandlung zur RACI-Variante

  • R steht für Responsible - Übergeordnete Verantwortung für die gesamte Aufgabe
  • E steht für Expert - analog zu dem Consulted der RACI-Variante
  • W steht für Work - Verantwortung für die Durchführung der Aufgabe (die eigentliche Arbeit)
  • A steht für Approver - Verantwortung für die Abnahme des Ergebnis

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manuela Reiss, Georg Reiss:Praxisbuch IT-Dokumentation. Eddison-Wesley Verlag, München 2009, ISBN 978-3-8273-2681-2.
  • J. Mike Jacka, Paulette J. Keller:Business Process Mapping Workbook. Improving Customer Satisfaction, John Wiley & Sons Inc., New Jersey 2009, ISBN 978-0-470-44628-7.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]