Racaille

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Racaille [ʀaˈkɑj], fem., ist ein französisches Schimpfwort und bedeutet so viel wie „Pack“, „Gesindel“ oder „Abschaum“.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wortherkunft ist unklar. Es dürfte sich jedoch als Diminutiv nach dem Muster canaille aus rac (vgl. „Racker“ im Deutschen, altenglisch rack ‚Hund‘) oder aus dem provenzalischem rascar (ausgemergeltes Tier) gebildet haben.

Französische Politik und Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicolas Sarkozy machte als Innenminister und erklärter Präsidentschafts-Anwärter das Wort international bekannt: Bei einem Besuch der von Unruhen geplagten Gemeinde Argenteuil im Oktober 2005 antwortete er einer Einwohnerin, die sich über die jugendlichen „racailles“ beklagt hatte: „Sie haben genug von diesem Gesindel? Na, wir werden Sie davon befreien.“ (« Vous en avez assez de cette bande de racailles ? Eh bien, on va vous en débarrasser. »)

Banalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugendliche in den Banlieues verwenden den Begriff racaille ironisch als Selbstbezeichnung. In einem weiteren Sinne steht er für deren Subkultur, Sprechweise und Kleidungsstil nach amerikanischem Gangsta-Vorbild. In diesem Kontext hat er seinen abfälligen Charakter verloren und gleicht in dieser Hinsicht dem britischen chav.

Auch in Deutschland findet der Begriff „Racaille“ Verwendung. Die Gruppierung um den deutsch-kongolesischen Rapper Mortel nennt sich "Racaille Gang". Auch wird in diesem Zusammenhang immer wieder von der "Racaille Music Group" gesprochen, zu der es bis dato aber keine näheren Informationen gibt.

Eine 2012 aufgelöste Ultra-Gruppierung von Werder Bremen nannte sich Racaille Verte (Grüne Racaille), da die Gruppierung Fußballfans zunehmend wie Abschaum bzw. Gesindel, also wie die racailles in Frankreich, behandelt sieht.