Bahnstrecke Stobno Szczecińskie–Nowe Warpno

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Stobno Szczecińskie–Nowe Warpno
Kursbuchstrecke: 113g (1940)
Streckenlänge: 48,7 km
Spurweite: bis 1905: 750 mm
1435 mm
Strecke – geradeaus
von Szczecin
Bahnhof, Station
0,0 Stobno Szczecińskie (Stöven Kleinbahnhof)
   
nach Pasewalk
   
Stöven Dorf (Stobno Szczecińskie Wieś)[1]
   
3,8 Neuenkirchen (Dołuje)
   
Reichsstraße 104 Stettin-Pasewalk (Droga krajowa 10)
   
5,4 Wamlitz (Wąwelnica Szczecińska)
   
8,3 Marienthal (Redlica)
   
Kleiner Aalbach (Mała Gunica)
   
10,2 Daber (Dobra Szczecińska)
   
Straße Glambeck (Szczecin-Glębokie)-Blankensee
   
13,6 Böck (Buk Szczeciński)
   
15,4 Nassenheider Ziegelei (Rzędziny Cegielnia)
   
17,3 Nassenheide (Rzędziny)
   
20,3 Stolzenburg (Stolec)
   
Straße Neu Linken-Neuwarp (Lubieszyn-Nowe Warpno)
   
polnisch-deutsche Grenze
   
22,5 Lenzen
   
Straße Löcknitz-Ahlbeck
   
26,1 Stolzenburger Glashütte
   
29,7 Zopfenbeck
   
32,1 Hintersee
   
Straße Löcknitz-Ahlbeck
   
34,1 Hintersee Nord
   
36,8 Ludwigshof
   
40,2 Rieth
   
deutsch-polnische Grenze
   
45,3 Albrechtsdorf (Karszno)
   
47,4 Neuwarp Kirchhofsweg (Nowe Warpno Żalno)
   
48,7 Neuwarp (Nowe Warpno)

Die Bahnstrecke Stobno Szczecińskie–Nowe Warpno, auch Randower Bahn, ist aus der Randower Kleinbahn-AG (RKB) hervorgegangen. Diese wurde am 9. März 1895 als Aktiengesellschaft gegründet, an der der Preußische Staat, die Provinz Pommern, die Kreise Randow und Ueckermünde, die Stadt Neuwarp und – in den ersten Jahren – auch die Firma Lenz & Co GmbH beteiligt waren.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Jahre[Bearbeiten]

Die Randower Bahn erschloss ab 11. Mai 1897 mit einer schmalspurigen Kleinbahnstrecke zwischen Stöven und Stolzenburger Glashütte Teile des ehemaligen vorpommerschen Landkreises Randow im Westen der Großstadt Stettin.[1]

1905 wurde dieser Abschnitt auf Normalspur umgebaut. Am 19. Oktober 1906 wurde die Verlängerung der Strecke von Stolzenburger Glashütte bis nach Neuwarp in Betrieb genommen.[1]

Damit betrug die Gesamtstrecke der "Randower Kleinbahn" 48,7 km, die in knapp zwei Stunden befahren wurde. Sie bediente die Stolzenburger Glashütte und erschloss die großen Forstgebiete von Mützelburg und Rieth und erlangte somit für den Holztransport Bedeutung. Die Strecke begann im Bahnhof Stöven der Staatsbahnstrecke Stettin–Pasewalk und erreichte in nördlicher Richtung zunächst die Stolzenburger Glashütte. Dann überschritt sie die Grenze zum Nachbarkreis Ueckermünde und führte bis nach Neuwarp am Stettiner Haff.

Sie diente in erster Linie der Beförderung der Rohstoffe und dem Abtransport der Fertigerzeugnisse der Glashütte. Andere Firmen nutzten ebenfalls die neue Bahnverbindung und der Reiseverkehr entwickelte sich recht günstig. So lag es nahe, die östliche Küstenregion des Kreises Ueckermünde zu erschließen. Dies wurde mit der Eröffnung der Verlängerung bis nach Neuwarp am 19. Oktober 1906 erreicht.

Weitere Entwicklung[Bearbeiten]

Bis 1910 führte das Unternehmen Lenz & Co den Betrieb. Anschließend übernahm die Kleinbahnabteilung des Provinzialverbandes Pommern in Stettin diese Aufgabe. Nach deren Auflösung 1920 wurde die Vereinigung der mittelpommerschen Kleinbahnen mit der Aufgabe betraut, ab 1937/1938 die Landesbahndirektion Pommern.

Um die Jahrhundertwende bezeichnete der "Kreis Randow" das Territorium um die kreisfreie Stadt Stettin. Westlich dieses Kreises schloss sich der Kreis Ueckermünde an. 1939 wurde der Kreis Randow in den Kreis Ueckermünde eingegliedert. Als die Pommerschen Landesbahnen als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet wurden, übernahmen diese die Bahn mit Wirkung vom 1. Januar 1940 unter der Bezeichnung „Randower Bahn“ mit einer Streckenlänge von 49 Kilometern.

Die Blütezeit der Bahn reichte bis in die 1920er Jahre. Nachdem die Stolzenburger Glashütte stillgelegt worden war, verlor die "Randower Kleinbahn" an wirtschaftlicher Bedeutung. Der Reiseverkehr auf der Schiene ließ nach. Die von der Stettiner Straßen- und Eisenbahngesellschaft betriebene Kraftomnibuslinie durchschnitt fast das gesamte Einzugsgebiet der Kleinbahn. Weiterhin war diese Linie wesentlich schneller als die Bahn. 1935 beförderte die RKB 64.312 Personen und 29.003 Tonnen Güter.

Nach 1945[Bearbeiten]

Die erst im August 1945 gezogene deutsch-polnische Staatsgrenze teilte die Strecke, so dass von der nach Kriegszerstörungen auf polnischer Seite wieder hergerichtete Strecke nur der elf Kilometer lange Abschnitt zwischen Stobno (Stöben) und Dobra (Daber) von der Polnischen Staatsbahn PKP sinnvoll betrieben werden konnte. Die Polnische Staatsbahn befuhr diesen bis Ende der sechziger Jahre.[1] 1987 wurde der Streckenabschnitt Dołuje–Dobra Szczecińska abgebaut.[1]

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

1993 wurde der Abschnitt Rieth–Hintersee als Radwanderweg hergerichtet. Dabei wurden an den ehemaligen Bahnhöfen Rieth, Ludwigshof, Hintersee Nord und Hintersee wieder Stationsschilder aufgestellt. Weiterhin fanden zwischen Rieth und Hintersee vierzig Kleinbahnsignalschilder ihren Platz. Diese Signale sorgten von 1926 bis 1950 auf deutschen Kleinbahnen für Sicherheit. In der Villa Rieth gibt es eine Ausstellung zur "Randower Kleinbahn".

Heute wird die Randower Bahntrasse zwischen Glashütte und Rieth zu einem großen Teil als Radweg genutzt, dort verläuft der Oder-Neiße-Radweg.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfram Bäumer, Siegfried Bufe: Eisenbahnen in Pommern. Bufe-Fachbuchverlag, Egglham und München 1988, S. 164ff. ISBN 3-922138-34-9
  • Heiko Bergmann: Die Randower Kleinbahn. 2. Auflage. Schibri-Verlag, Milow 1996, ISBN 3-928878-48-4

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Linia Stobno Szczecińskie - Nowe Warpno. Ogólnopolska Baza Kolejowa, abgerufen am 24. September 2014 (polnisch).