Ravennaschlucht

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Großer Ravennafall
Großjockenmühle in der Ravennaschlucht

Die Ravennaschlucht ist eine Schlucht im Schwarzwald. Sie ist ein schmales Seitental des Höllentals, durch das der Bach Ravenna fließt und sich ein Wanderweg zieht; der Weg ist Teil des Heimatpfads Hochschwarzwald. Die ca. 4 km lange Schlucht führt vom Höllental zur höher gelegenen Gemeinde Breitnau, zu deren Gemarkung sie auch gehört. Der Name der Schlucht leitet sich wahrscheinlich vom französischen ravine für Schlucht ab.[1] (Im zitierten Artikel wird eine Herleitung des Namens aus dem Französischen verneint und der Autor legt nahe, dass es wahrscheinlicher der Besitzernamen Rappen und A für Bach war, der zu Ravenna abgeschliffen wurde.)

Der wilde Bach Ravenna bietet auf dem Teilstück durch das Tal mehrere Wasserfälle. Die beiden größten sind der große Ravenna-Fall mit 16 m und der kleine Ravenna-Fall mit 6 m Fallhöhe.

Der Bach bot in früherer Zeit Platz für mehrere Mühlen. Diese finden sich teilweise noch heute in der Ravennaschlucht und sind zum Teil gut erhalten. Am oberen Ende der Schlucht steht die Großjockenmühle aus dem Jahr 1883, die unter Denkmalschutz steht. Bemerkenswert an dieser Mühle ist, dass aufgrund des großen Gefälles der Ravenna das Wasser durch das Dach der Mühle auf das Wasserrad geleitet wurde.

Im unteren Bereich wird die Schlucht von der 37 m hohen Ravennabrücke, dem Viadukt der Höllentalbahn, überquert. Dort befinden sich auch die St.-Oswald-Kapelle (erbaut 1148) und das Hofgut Sternen, in dem Marie Antoinette 1770 und Johann Wolfgang von Goethe im Jahre 1779 übernachteten. Seit 2010 findet an den Adventswochenenden ein Weihnachtsmarkt unter dem beleuchteten Viadukt statt.[2]

Vor der Ravennabrücke befindet sich der Galgenbühl, eine Erhebung von ungefähr 30 m Höhe. Dort befand sich früher ein Galgen, an dem Todesurteile vollstreckt wurden, später wurde dort ein Pavillon aufgestellt, der mit der Zeit verfiel. Wurden die Hänge anfangs noch als Weiden genutzt, forstete man den Berg in den 1950er-Jahren mit Douglasien und Fichten auf. Im Jahr 2010 wurden jedoch sämtliche Bäume gefällt und ein neuer Pavillon auf dem Galgenbühl aufgestellt. Er ist mit Holzschindeln aus Thujen gedeckt.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Adam Kraus: Woher kommt der Name Ravenna im Höllental? – Ein Diskussionsbeitrag, in: Schau-ins-Land 99, Freiburg 1980, S. 137f.
  2. Peter Stellmach: Breitnau: Höllental: Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht: Nur hier gibt's den Rothaus-Punsch. Badische Zeitung, 18. November 2014, abgerufen am 11. Dezember 2016.
  3. Dieter Maurer: Kreis Breisgau-Hochschwarzwald: Freie Sicht vom Galgenbühl, Badische Zeitung, 21. Oktober 2010, Zugriff am 24. Juni 2011

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ravennaschlucht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 55′ 11″ N, 8° 5′ 6″ O