Rechenstäbchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die elementaren Rechenkörper. Für das auch Rechenstab genannte Gerät siehe: Rechenschieber.

Rechenstäbchen und Rechenplättchen sind ein Rechenhilfsmittel. Sie wurden in der Vorschule und Grundschule zur Einführung in die Mengenlehre eingesetzt. Die Napier'schen Stäbchen (im deutschsprachigen Raum auch Nepper'sche Rechenstäbchen genannt) fanden noch bis in die 1920er Jahre als Hilfsmittel zur Multiplikation und Division Verwendung.

Mengenlehre (Stäbchen und Plättchen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Stäbchen handelte es sich um längliche, etwa 6 cm lange Stäbchen aus Holz oder Plastik, welche in verschiedenen Farbtönen eingefärbt waren. Die Plättchen, die in den Grundschulen der BRD in den 1970er Jahren Verwendung fanden, waren in 4 Farben (rot, gelb, blau, grün), in drei Formen (rund, quadratisch, dreieckig), in zwei Größen (groß, klein) und mit zweierlei Oberflächen (rau, glatt) vorhanden. Diese insgesamt 48 Plättchen dienten unter anderem zur Darstellung von Mengenzugehörigkeiten, wie Teilmenge und Schnittmenge. Sie gehörten zur Grundausstattung im Mathematikunterricht der Erstklässer und wurden im Rahmen der Lernmittelfreiheit an die Schüler ausgegeben.

Napiersche Rechenstäbchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Napiersche Stäbchen

Die erste Multiplikationshilfe erfand der schottische Mathematiker Lord John Napier of Merchiston (1550–1617). Diese Stäbchen oder schmalen Streifen, welche von jeder der Zahlen 1-9 die Vielfachen vom Ein- bis Neunfachen in der Weise enthalten, dass die Einer schräg nach rechts unter den Zehnern stehen.

Mittels solcher Stäbchen kann man sich nun leicht die Vielfachen einer beliebigen Zahl bilden. Es dienen diese Stäbchen zur Erleichterung der Multiplikation und Division insofern, als der Rechner die Vielfachen des Multiplikandus gleich abschreiben kann. John Napier von Merchiston hat diese Stäbchen beschrieben in der Schrift "Rhabdologiae seu numerationis per virgulas libri duo" (Edinburgh 1617).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]