John Napier

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John Napier
John Napier

John Napier (auch latinisiert Neper), Laird of Merchiston (* 1550 in Merchiston Castle bei Edinburgh; † 3. April 1617 ebenda) war ein schottischer Mathematiker und Naturgelehrter.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Napier war der älteste Sohn des schottischen Barons Archibald von Merchiston und erhielt seine Ausbildung zunächst an der Universität St Andrews. Danach bereiste er vermutlich Europa und eignete sich Wissen in Mathematik und Literatur an. 1572 erhielt er viele der Ländereien seines Vaters.

Napier und der Schweizer Jost Bürgi entwickelten etwa gleichzeitig, jedoch unabhängig voneinander, den Logarithmus als ein Rechenhilfsmittel (1614, 1620), das jahrhundertelang in Gebrauch war. Im Gegensatz zu Bürgis Logarithmen, die kaum beachtet wurden, wurde Napiers Erfindung von den Gelehrten eifrig studiert und vor allem von Henry Briggs (1556-1630) rasch weiterentwickelt. [1]

Napier verfolgte dabei das Ziel, sphärisch-trigonometrische Berechnungen rein logarithmisch durchführen zu können. Zu diesem Zweck entwickelte er wichtige Sätze der sphärischen Trigonometrie wie den Halbwinkelsatz oder die Napierschen Analogien. (Descriptio 1620, S. 47,  S. 56).[2] Die nach ihm benannten Napierschen Regeln sind eine prägnante Zusammenfassung damals schon bekannter Rechenformeln für das rechtwinklige sphärische Dreieck, für die Napier einen eleganten Beweis gab (Descriptio 1620, S. 56). 

Die Napierschen Rechenstäbchen hatten einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Rechenmaschinen. Durch sie war es Wilhelm Schickard möglich, die erste mechanische Rechenmaschine zu bauen.

Ihm zu Ehren wurde die Hilfsmaßeinheit (Pseudomaß) der Dämpfung bei elektrischen und akustischen Schwingungen Neper genannt, die aber in jüngster Zeit zunehmend durch das Bel bzw. Dezibel ersetzt wurde. Außerdem wurde nach Napier das Nit, eine nicht mehr gebräuchliche dimensionslose Einheit der Datenmenge, benannt.

Eine der in Edinburgh ansässigen Universitäten trägt ihm zu Ehren seinen Namen, die Edinburgh Napier University. Die Universität hat über die ganze Stadt verteilt mehrere Campus. Der Merchiston Campus, der älteste Campus der Universität, ist um Merchiston Castle, Geburts- und Sterbeort von John Napier, herum entstanden.

Der Mondkrater Neper ist nach ihm benannt.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mirifici logarithmorum canonis descriptio ejusque usus in utraque trigonometria etc., Edinburgh 1614.
  • Logarithmorum canonis descriptio; Tabula canonis logarithmorum; Mirifici logarithmorum canonis constructio. Bartholome´e Vincent, Lyon 1620. 
  • Rabdologiae seu numerationis per virgulas libri duo, Edinburgh 1617 (deutsche Bearbeitung von D. Bayr und Franz Kessler: Künstliche Rechenstäblein zu vortheilhafftiger und leichter mannifaltigung, Straßburg 1618, Digitalisat)
  • A Plaine Discovery of the Whole Revelation of St. John, Edinburgh 1593.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1.  A. v. Braunmühl, Geschichte der Trigonometrie, Band 2, Leipzig 1903.
  2.  U. Dietrich, K. Girstmair, John Napiers Trigonometrie-ein Blick zurück, Math. Semesterber. 56 (2009), 215-232.
  3. Lynne Gladstone-Millar; John Napier. Logarithm John. National Museums of Scotland Publications, Edinburgh 2003, ISBN 1-901663-70-1 (Biographie)
  4. Julian Havil: John Napier: Life, Logarithms, and Legacy, Princeton University Press 2014
  5. C. Knott (Herausgeber) Napier Tercentenary Volume, Longman 1915
  6. Mark Napier Memoirs of John Napier, London, Edinburgh 1834
  7. David Buchan An account of the life, writings, and inventions of John Napier, of Merchiston, Perth 1787

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: John Napier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A. v. Braunmühl: Geschichte der Trigonometrie. Band 2. Leipzig 1903, S. 4;10.
  2. U. Dietrich, K. Girstmair: John Napiers Trigonometrie - ein Blick zurück. In: Math. Semesterber. Band 56, 2009, S. 215–232.