Reiner Vermögensschaden

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Voraussetzungen und Rechtsfolgen des Anspruchs
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Unter einem reinen oder bloßen Vermögensschaden versteht man im deutschen, österreichischen und schweizerischen Schadenersatzrecht einen Vermögensschaden, der ohne Eingriff in ein absolut geschütztes Rechtsgut (Leben, körperliche Integrität, Eigentum, etc) des Geschädigten erfolgt ist.[1][2][3]

Ein derartiger Schaden kann sich beispielsweise in Umsatzeinbußen, Fehlinvestitionen oder dem erlittenen Nachteil durch eine Fehlinformation niederschlagen.[4]

Reine Vermögensschäden werden grundsätzlich nur bei vertraglicher Haftung ersetzt, da ansonsten die Gefahr der Haftungsausuferung bestünde. Bei gesetzlichen Schutzverhältnissen (Eltern, Vormund, Betreuer etc.) kommt Schadensersatz für Vermögensschäden ebenfalls in Betracht (§ 1833 BGB).

Beispielsfall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S verursacht einen Verkehrsunfall, bei dem A verletzt wird und B im Stau warten muss. Durch den Transport in das Krankenhaus bzw. die Wartezeit im Stau entgeht beiden ein lukrativer Vertragsschluss.

Nur A, der an der Gesundheit als einem absoluten Recht geschädigt wurde, erhält den entgangenen Gewinn sowie den positiven Schaden (in Form eines Personenschadens) ersetzt. Zwar sind diese für ihn Vermögensschäden, aber im Sinne der obigen Definition keine reinen Vermögensschäden. B dagegen geht mangels Verletzung seiner (!) absolut geschützten Rechte und mangels Vertragsverhältnisses zu S leer aus.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Bernd Schäfer, Claus Ott: Der Schutzbereich des Deliktsrechts und der Ersatz reiner Vermögensschäden. In: Lehrbuch der ökonomischen Analyse des Zivilrechts. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg 2012, S. 317–355
  2. OGH, Entscheidung vom 2. Juni 1982 - 1Ob597/82 u. a.
  3. Peter Gauch, Justin Sweet: Deliktshaftung für reinen Vermögensschaden in: Festschrift Max Keller, Zürich 1989, S. 117 ff.
  4. Wolfram Proksch: Vertrags- & Haftungsrecht II. Gesetzliche Schuldverhältnisse TU Wien, 2005
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