Rettungsdecke

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Rettungsdecke

Eine Rettungsdecke ist eine Folie, die in der Ersten Hilfe dazu verwendet wird, verunglückte Personen vor Unterkühlung, Nässe oder Wind zu schützen. Sie ist in Deutschland ein vorgeschriebener Bestandteil des Verbandkastens in Kraftfahrzeugen.[1]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der einfachen Ausführung (MPET) handelt es sich um metallisierte Plastikfolie, also zwei fest miteinander verbundene Schichten gemäß DIN 13232[2]

  1. Eine 12 µm dünne, reißfeste, transparente und wasserdichte Polyester-Folie (PET).
  2. Eine extrem dünne, stark reflektierende (≈ 99 %) Aluminium-Schicht.

Es entsteht so eine silberfarbene (Aluminium) und eine goldfarbene Seite (das metallische Schimmern des Aluminiums durch die gelbliche Folie). Um den Aufbau nachzuvollziehen kann die Aluminiumschicht in einer Natriumcarbonat-Lösung entfernt werden; die Folie wird transparent.

Die metallische Beschichtung kann auch beidseitig erfolgen (Metall-PET-Metall; beide Seiten schimmern dann silberfarben). Ebenso kann die Kunststoffschicht beidseitig angebracht werden (PET-Metall-PET; dann schimmern beide Seiten goldfarben), um einen Abrieb der metallischen Beschichtung zu verhindern.

Einsatz durch Ersthelfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Zum Wärmeerhalt per Wärmestrahlung der Person sollte man die silberne Seite zur Person drehen und die Person komplett in die Rettungsdecke einwickeln, so dass nur das Gesicht frei bleibt.[1] Damit die Rettungsdecke ihre Funktion erfüllen kann, soll sie nicht eng aufliegen. Eine Rettungsdecke hat jedoch keine isolierende Funktion, sondern wärmt durch Reflexion der Körperwärmestrahlung. Gegenüber einem kalten Boden muss zusätzlich eine Isolierung erfolgen. Hierzu können Luftpolster zwischen Körper und Umgebung etwa rundum durch Kleidung, Decken, Schaumstoff oder eine Luftmatratze erzeugt werden.[3] Nicht unwesentlich ist, dass die Rettungsdecke durch Verknoten und Verkleben möglichst dicht einschließt und auch nicht zu viel flattert. In Eis und Schnee ist die gold-farbene Seite der Folie besser zu sehen und wird auch üblicherweise als Hilferuf verstanden.

Bei hohen Außentemperaturen kann es manchmal sinnvoll sein, eine Person vor Überhitzung zu schützen, indem man sie gegen Sonnenstrahlung abschirmt. In diesem Fall sollte man die silber-farbene Seite nach außen drehen und die Rettungsdecke Sonnenschutzsegel-artig aufspannen, jedoch die Person nicht einwickeln.[1]

Die Regel: Kälteschutz: Silberseite nach innen, Sonnenschutz: Silberseite nach außen wird auch von Herstellern angegeben.[4] Jedoch ist der Unterschied in der IR-Reflexion laut Untersuchungen vernachlässigbar und soll nur einen Unterschied von 1 °C bewirken können, wobei die silber-farbene Seite zu 99 % und die gold-farbene Seite zu 97 % IR-Wärmestrahlung reflektieren soll.

Die Wirkung der Rettungsdecke basiert auf Verminderung des Wärmetransports durch

  1. Reflexion: sie stoppt weitgehend die Wärmestrahlung[5]
  2. Luftdichtes Abschließen: reduziert den Wärmeaustausch mit vorbei- und auch durch offenporige Kleidung strömendem Wind und vom Temperaturunterschied auch bei Windstille verursachter Konvektion (Aufsteigen warmer Luft)
  3. Wasserdampfsperre: reduziert Wärmeverlust durch Verdunstung (von Schweiß, Nässe, Blut).

Generell gilt, dass metallische, hochglanzpolierte, glatte Oberflächen die Wärmestrahlung (Infrarot) besonders gut reflektieren. Bei Rettungsdecken verwendet man eine dünne Schicht aus Aluminium.

Sonstige Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Modellbau werden Rettungsdecken zum Bespannen von Tragflächen verwendet. Beim Camping lässt eine Abdeckung Zelte und Fahrzeuge weniger stark durch die Sonne erwärmen. Lenkdrachen lassen sich mit dem Material der Rettungsdecke bespannen. In der Fotografie werden Rettungsdecken gelegentlich zum Bau von Reflektoren für die Beleuchtung der Szene verwendet.

Eine Rettungsdecke kann nicht als Löschdecke verwendet werden, da sie selbst leicht brennbar ist.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Michael Buchfelder; Albert Buchfelder. Handbuch der Ersten Hilfe. Schattauer Verlag; 2006. ISBN 978-3-7945-2404-4. p. 181–.
  2. DIN 13232, 7.6 Verbrauchsmaterial Nr. 13
  3. Hinweise zur Rettungsfolie Uni München, Physik
  4. Produktbeilage Hans Hepp GmbH 04/05
  5. Marc Hasenjäger: Wirkung einer Rettungsdecke. DLRG Ortsgruppe Burscheid e.V., abgerufen am 11. Mai 2014.
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