Rhapsodie

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Eine Rhapsodie war ursprünglich ein von griechischen Wandersängern, den Rhapsoden, vorgetragenes Gedicht oder Teil einer Dichtung. Heute versteht man unter Rhapsodie ein Vokal- oder Instrumentalwerk, das an keine spezielle Form in der Musik gebunden ist. Die musikalischen Themen der Rhapsodie sind regelmäßig lose miteinander verbunden, sie können in flüchtigen, unzusammenhängende musikalischen Gedanken gegeben sein, die nicht unbedingt aufeinander aufbauen oder Bezug nehmen. Insofern dient der Begriff des 'Rhapsodischen' mitunter als ein leicht abschätziges Werturteil, wo dieser auf den Mangel eines großen Formzusammenhangs in einem Satzganzen hinweisen soll.

Meist kommen die Themen und Motive aus der Volksmusik. Rhapsodien wurden u. a. von Johannes Brahms, Claude Debussy, Maurice Ravel (Rhapsodie Espagnole), George Gershwin (Rhapsody in Blue), George Enescu (Rumänische Rhapsodien), Antonín Dvořák (Slawische Rhapsodie), Ralph Vaughan Williams (Norfolk Rhapsody) und Franz Liszt (Ungarische Rhapsodien) veröffentlicht.

Die Rhapsodien Franz Liszts basieren auf sogenannten Zigeuner­weisen, deren Hauptmerkmal die sogenannte Zigeuner-Moll-Tonleiter mit kleiner Terz, übermäßiger Quarte, kleiner Sexte und großer Septime ist. Gleichwohl hat Liszt in seinen Kompositionen den in den Salons seiner Zeit vorherrschenden Musikgeschmack berücksichtigt. Rachmaninow hat mit der „18. Variation – Rhapsodie auf ein Thema von Paganini“ eine seinem Stil entsprechende Interpretation des Begriffs geliefert.

Die Rockband Queen greift in dem Stück Bohemian Rhapsody das rhapsodische Prinzip auf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Salmen: Geschichte der Rhapsodie. Atlantis Verlag, 1966

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Rhapsodie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen