Rochusfriedhof (Nürnberg)

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Rochusfriedhof in Nürnberg, 2011

Der Rochusfriedhof ist ein Friedhof im Nürnberger Stadtteil Gostenhof mit historischen, künstlerisch mit Epitaphen gestalteten Grabstätten. Die Kapelle auf dem Friedhof stammt von Hans Beheim dem Älteren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rochusfriedhof entstand als Pestfriedhof infolge der Pestepidemie 1517/18. Aus hygienischen Gründen wurde der Friedhof anstelle des bisherigen innerstädtischen Kirchhofs bei St. Lorenz außerhalb des bebauten Stadtgebiets in der Nähe des Dorfes Gostenhof angelegt. Analog dazu wurde der Friedhof von St. Sebald nach St. Johannis (Nürnberg) verlegt.

1518 wurde der Friedhof durch eine Sandsteinmauer eingefriedet. Die Weihe fand schließlich am 21. März 1519 statt. Die Rochuskapelle im neuen Friedhof wurde 1520/21 durch die Patrizierfamilie Imhoff errichtet.

Auf dem Friedhof befinden sich unter anderem die Gräber von Peter Vischer dem Älteren († 1529) und Johann Pachelbel († 1706).

Der Rochusfriedhof wurde als mittelalterlicher Friedhof in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz gestellt.[1][2]

Im Oktober 2014 kam es zu erheblichen räuberischen Grabschändungen. Zahlreiche der kunsthistorisch einzigartigen, bis zu 500 Jahre alten Bronze-Epitaphen wurden von Altmetall-Dieben von den Gräbern gerissen, und teilweise zerstört.[3] Der Schrotthändler Hans Kulzer entlarvte einige Tage später die beiden Metalldiebe Daniel P. (23) und Daniel S. (25) nachdem sie versucht hatten das Kupfer einzutauschen. Sie erlösten dabei 67.- Euro was einem verursachten Schaden von über 350.000,- Euro für die Wiederherstellung gegenübersteht. Von den 41 in Summe gestohlenen Objekten sind bis dato 22 wieder aufgefunden worden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Pilz: St. Johannis und St. Rochus in Nürnberg. Die Kirchhöfe mit den Vorstädten St. Johannis und Gostenhof. Nürnberg: Carl, 1984, X, 208, 43 S., ISBN 3-418-00488-1
  • Hans Stegmann: Die Rochus-Kapelle zu Nürnberg und ihr künstlerischer Schmuck. Kunstgeschichtliche Studie. Verlagsanstalt für Kunst und Wissenschaft, München 1885, 58 S., 7 Tafeln
  • Skt. Rochuskirchhof zu Nürnberg, Epitaphien Bürgerverein St Johannes (Hrsg.), 1989
  • Erich Mulzer: Die Außenviertel. Der Rochusfriedhof. In: Erich Mulzer: Baedeker Nürnberg – Stadtführer, 9. Auflage. Von Karl Baedeker. Ostfildern-Kemnat: Baedeker, 2000, 134 S., ISBN 3-87954-024-1 - online
  • Adalbert Ruschel: Der Handwerkerfriedhof Sankt Rochus zu Nürnberg. Was Epitaphien erzählen können. Norderstedt : Book on Demand, 2015, 248 S., ISBN 978-3-7357-0786-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rochusfriedhof (Nürnberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayrisches Landesamt für Denkmalpflege, Aktnummer D-5-64-000-1693, laut Bayrischer Denkmal-Atlas, Abgerufen am 28.10.2017
  2. Pfarrer Jochen Ackermann: Die Nürnberger Friedhöfe St Johannis und St. Rochus; Internetseite: www.st-johannisfriedhof-nuernberg.de, Abgerufen am 28.10.2017
  3. Gräber geschändet – Gedenktafeln auf Rochusfriedhof geraubt. br.de, 8. Oktober 2014, archiviert vom Original am 13. Oktober 2014; abgerufen am 13. Oktober 2014. (mit Bildergalerie)

Koordinaten: 49° 26′ 51″ N, 11° 3′ 37″ O