Bundesweites Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes

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Logo des Bundesweiten Verzeichnisses des Immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission

Das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes ist eine Zusammenstellung bedeutender immaterieller Kulturgüter in der Bundesrepublik Deutschland. Die Aufstellung erfolgte ab 2013 in Umsetzung des 2006 in Kraft getretenen Unesco-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes, dem Deutschland im Jahr 2013 beigetreten ist. Auf globaler Ebene gibt es dafür die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit.

In das Verzeichnis werden kulturelle Ausdrucksformen wie beispielsweise Tanz, Theater, Musik, Bräuche, Feste und Handwerkskünste aufgenommen, denen in Deutschland lokal, regional und national besondere Bedeutung zukommt. Die Kulturformen müssen in Deutschland praktiziert werden, ihr Ursprung kann jedoch auch außerhalb von Deutschland liegen. Aktuell befinden sich 68 Eintragungen in dem Verzeichnis.

Verfahren zur Erstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bei der Deutschen UNESCO-Kommission eingerichteten Geschäftsstelle Immaterielles Kulturerbe ist damit betraut, das Verfahren zur Erstellung des Verzeichnisses zu koordinieren.[1] Zu festgelegten Bewerbungsphasen sind Gruppen und Netzwerke mit gemeinsamen Interessen eingeladen, sich mit ihrer lebendigen Alltagskultur, ihrem Wissen und Können für das Verzeichnis zu bewerben. Nachdem die Bundesländer eine Vorauswahl treffen, prüft die Kultusministerkonferenz die Anträge und übermittelt sie an das Expertenkomitee Immaterielles Kulturerbe, das von der Geschäftsstelle Immaterielles Kulturerbe einberufen wird.[2] Die endgültige Vorschlagsliste des Expertenkomitees wird der Kultusministerkonferenz zur Bewertung vorgelegt.

Bewerbungsphasen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Bewerbungsphase für die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis war vom 3. Mai 2013 bis zum 30. November 2013. Für die erste Vorschlagsliste gingen 128 Vorschläge ein, von denen es 83 in die engere Auswahl schafften. Diese Vorschläge deckten alle möglichen Bereiche des Übereinkommens ab. Es handelte sich um 29 Vorschläge aus dem Bereich der Bräuche, Rituale und Feste, 19 aus dem Bereich der darstellenden Künste, 19 aus dem Bereich der Handwerkstraditionen, 13 aus dem Bereich Formen des Wissens im Umgang mit der Natur und dem Universum und 3 aus dem Bereich der mündlichen Erzähltraditionen.[3]

Schließlich empfahl das Expertengremium aus diesen 83 Kandidaten 27 Kulturformen zur Aufnahme, darunter auch einige regionale Bräuche. Nachdem am 11. Dezember 2014 die Kultusministerkonferenz den Empfehlungen zugestimmt hatte, wurde die erste Tranche des bundesweiten Verzeichnisses veröffentlicht. Am 16. März 2015 wurden die kulturellen Ausdrucksformen in Berlin ausgezeichnet.[4] Weitere 22 Vorschläge befinden sich noch im Verfahren, 13 davon wurden wegen noch fehlender Informationen einstweilen zurückgestellt. Im Dezember 2015 wurden sieben der zurückgestellten Bewerbungen nachträglich in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.[5]

Die zweite Bewerbungsrunde lief vom 2. März bis 30. Oktober 2015.[6] Im Dezember 2015 wurden sieben weitere Kulturformen in das Bundesweiter Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen. Erstmals wurden auch zwei Beispiele guter Praxis ausgezeichnet und in das deutsche Register guter Praxisbeispiele aufgenommen: Die Manufakturelle Schmuckgestaltung und die Bewahrung und Förderung von Kultur, Vielfalt und Qualität regionaler Spezialitäten in Oberfranken. Das Register zeigt modellhaft, wie Immaterielles Kulturerbe wirksam erhalten werden kann.[7]

Die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes ist Voraussetzung für die Bewerbung um die Eintragung auf die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO. Als erster Vorschlag für die internationale Liste aus Deutschland wurde die Genossenschaftsidee am 27. März 2015 bei der UNESCO eingereicht. Mit diesem Vorschlag will Deutschland einen neuen Impuls setzen und zum ersten Mal eine Form gesellschaftlicher Selbstorganisation auf die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit setzen. Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch haben durch die Formulierung rechtlicher und theoretischer Grundlagen erstmals Genossenschaften als Unternehmensform gegründet. Damit haben sie die Basis für moderne, weltweit verbreitete Genossenschaften gelegt.[8] Die Aufnahme des Vorschlags durch die UNESCO erfolgte Ende 2016.[9]

Verzeichnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Immaterielles Kulturerbe wird in sechs Bereichen, deren Übergänge fließend sind, zum Ausdruck gebracht:

B … Bereich (Spalte sortiert sich in dieser Reihenfolge)
M … Mündlich überlieferte Traditionen und Ausdrucksformen, einschließlich der Sprache als Trägerin des immateriellen Kulturerbes
D … Darstellende Künste
G … Gesellschaftliche Praktiken, Rituale und Feste
U … Wissen und Praktiken im Umgang mit der Natur
H … Traditionelle Handwerkstechniken
S … Formen gesellschaftlicher Selbstorganisation
Name Jahr Bundesland Beschreibung Bild B
Chormusik in deutschen Amateurchören 2014 Länderübergreifend Die Tradition der deutschen Amateurchöre ist eine seit tausend Jahren praktizierte kulturelle Ausdrucksform, die im religiösen Umfeld der Kirchen ihren Ursprung hat. Musik wird durch die Chormusik in Amateurchören tief in der Mitte der Gesellschaft verwurzelt. Die kreative Aneignung von Text und Musik sowie die künstlerische Vitalität der Menschen werden durch die Aktivität der Chöre mobilisiert. Gleichzeitig richtet sich die Praxis des Singens auf identitätsstiftende Gemeinsamkeiten und öffentliches Wirken.[1] Kinderchor M, D
Sächsische Knabenchöre 2014 Sachsen Der Thomanerchor an der Thomaskirche in Leipzig, der Kreuzchor an der Kreuzkirche in Dresden und die Dresdner Kapellknaben an der Hofkirche in Dresden sind drei der bedeutendsten Knabenchöre Deutschlands. Sie bestehen seit dem 13. Jahrhundert mit der Hauptaufgabe, Gottesdienste musikalisch zu begleiten. [2] Dresdner Kreuzchor M
Singen der Lieder der deutschen Arbeiterbewegung 2014 Länderübergreifend Die Lieder der deutschen Arbeiterbewegung sind seit dem 19. Jahrhundert im Rahmen von Aktionen der Arbeiterbewegung und ihr nahestehender Bewegungen entstanden und gesungen worden. Sie sind Ausdruck von Benachteiligung und Unterdrückung lohnabhängiger Beschäftigter. Mit der musikalisch innovativen Weiterentwicklung der Arbeiterlieder durch Kurt Weill, Hanns Eisler und Bertolt Brecht erreichten sie im deutschen Kulturraum eine hohe künstlerische Entwicklungsstufe.[3] Liederheft der SPD, 1932 M, D, S
Moderner Tanz – Stilformen und Vermittlungsformen der Rhythmus- und Ausdruckstanzbewegung 2014 Länderübergreifend Der Moderne Tanz umfasst die zu Beginn des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum entstandenen und bis heute lebendigen modernen Tanzstile und Ausbildungstraditionen der Rhythmus- und Ausdruckstanzbewegung. Mit ihren innovativen künstlerisch-choreografischen Ansätzen und Vermittlungsmethoden prägten sie den Bühnentanz der Moderne und die Tanzpädagogik nachhaltig.[4] Moderne Tanzproduktion D
Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft 2014 Länderübergreifend Die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft zeichnet sich durch eine in der Welt einmalige Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen aus, welche sich in Schauspiel, Figurentheater, Oper, Operette, Musical, Tanz, Konzert sowie in performativen Veranstaltungen unterschiedlicher Art verwirklichen.[5] Szene aus dem Freischütz, Theater Magdeburg D
Niederdeutsches Theater 2014 Länderübergreifend Das Niederdeutsche Theater kombiniert Theater und die Regionalsprache Niederdeutsch. Die hauptsächlich innerhalb der Familie und unter Freunden gesprochene Sprache gewinnt durch das Niederdeutsche Theater eine künstlerische Dimension.[6] Aufführung des Niederdeutschen Theaters Braunschweig, 1925 M, D
Passionsspiele Oberammergau 2014 Bayern Seit 400 Jahren führen die Dorfbewohner von Oberammergau alle zehn Jahre Passionsspiele auf. Die Hälfte der gesamten Bevölkerung stellt ehrenamtlich die letzten fünf Tage im Leben Jesu in einer mehrstündigen Aufführung dar. Bei der Passion 2010 waren über 500.000 Zuschauer aus aller Welt zu Gast.[7] Szene aus den Passionsspielen D
Peter-und-Paul-Fest Bretten 2014 Baden-Württemberg Beim Peter-und-Paul-Fest in Bretten präsentieren knapp 4.000 Frauen, Männer und Kinder in historischen Gewändern den bis zu 140.000 Besuchern Episoden aus der Stadtgeschichte. Im Mittelpunkt steht dabei der erfolgreiche Ausfall während einer Belagerung durch den württembergischen Herzog Ulrich im Jahr 1504.[8] Volkstanz auf dem Kirchplatz in Bretten G
Malchower Volksfest 2014 Mecklenburg-Vorpommern Das Volksfest in Malchow am ersten Juli-Wochenende jeden Jahres ist mit 160 Jahren das älteste Heimatfest in Mecklenburg-Vorpommern. Zu den Höhepunkten des Fests zählen Spielmanns- und Fanfarenzüge mit Blasorchestern, ein Korso auf dem Malchower See mit geschmückten und beleuchteten Booten und ein Höhenfeuerwerk zu klassischer Musik.[9] Ortsschild von Malchow G
Schwäbisch-alemannische Fastnacht 2014 Baden-Württemberg Die schwäbisch-alemannische Fastnacht wird als fest im Kirchenjahr verankerter Termin jedes Jahr um das siebte Wochenende vor Ostern in zahlreichen Gemeinden in Baden-Württemberg gefeiert. Zum Charakteristikum der Festivitäten zählt die Totalvermummung und Maskierung der Akteure.Der erste Haupttag mit breiter Brauchentfaltung ist der „Schmutzige Donnerstag“ drei Tage vor Fastnachtssonntag. Seinen Höhepunkt erreicht das Geschehen am Fastnachtsmontag und -Dienstag mit spektakulären Umzügen.[10] Narrensprung in Tettnang G
Rheinischer Karneval mit all seinen lokalen Varianten 2014 Nordrhein-Westfalen Der Festkomplex des Rheinischen Karnevals reicht bis Anfang des 13. Jahrhunderts zurück. Es ist ein Schwellenfest unmittelbar vor der Fastenzeit im christlichen Jahreslauf. Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich ausgehend von Köln eine bürgerliche Form des Karnevals. Wichtige Elemente des Rheinischen Karnevals sind unter anderem die Umzüge, Karnevalsgesellschaften, Prunksitzungen mit oft politischen Büttenreden, Maskenbälle und Karnevalslieder im Dialekt.[11] Rosenmontagszug in Düsseldorf G
Falknerei 2014 Länderübergreifend Falknerei ist die Jagd mit abgerichteten Greifvögeln auf freilebendes Wild in seinem natürlichen Lebensraum. Das Zähmen, Abrichten sowie Einjagen eines Beizvogels durch den Falkner bzw. die Falknerin ist ein sensibler Prozess, in dem der Greifvogel sich langsam und nur mit positiven Erfahrungen und Belohnungen an den Falkner gewöhnt.[12] Bussard beim Landeanflug auf einen Falkner G, U, H
Gesellschaftliche Bräuche und Feste der Lausitzer Sorben im Jahreslauf 2014 Länderübergreifend Die Sorben pflegen etwa 30 Bräuche im Jahreslauf, beginnend mit der Gemeindeversammlung Woklapnica/„Abklopfen des alten Jahres“ bis zum Christkind in der Weihnachtszeit. Auch die Vogelhochzeit, die sorbische/wendische Fastnacht „Zapust“ und die Feiern nach Einfuhr der Ernte im Spätsommer zählen zu diesen Bräuchen.[13] Osterreiter ziehen am Ostersonntag durch die Lausitzer Dörfer G
Biikebrennen 2014 Schleswig-Holstein Das Biikebrennen ist ein Frühlings- oder Fastnachtsfeuer, mit dem böse Geister vertrieben und die neue Saat geschützt werden soll. Am 21. Februar werden in Schleswig-Holstein auf den Inseln Sylt, Amrum und Föhr, auf den Halligen und in weiten Teilen des nordfriesischen Festlandes alljährlich mehr als 60 große Feuer entzündet.[14] Biikebrennen in Wassersleben G
Lindenkirchweih Limmersdorf 2014 Bayern Im Mittelpunkt einer Lindenkirchweih steht die oft uralte Tanzlinde des jeweiligen Ortes. Zur jährlichen Kirchweih wird auf einem Tanzpodest in der weit gespannten Krone des Baumes, getanzt. Echte Tanzlinden kennzeichnen sich jedoch dadurch, dass ihre Äste so geleitet wurden, dass sie eine Tanzplattform – die zusätzlich durch Säulen gestützt wird – tragen können. Die 1686 gepflanzte Tanzlinde in Limmersdorf wird seit mindestens 1729 ohne Unterbrechung betanzt.[15] Limmersdorfer Tanzlinde G, U
Auseinandersetzung mit dem Rattenfänger von Hameln 2014 Niedersachsen Die Geschichte des Rattenfängers von Hameln ist eine der bekanntesten deutschen Volkssagen. In Hameln findet eine intensive und vielfältige Auseinandersetzung mit der Sage statt. Die Hamelner Bürger feiern alle 25 Jahre das Rattenfänger-Jubiläum mit großem Straßenumzug. Die Rattenfänger-Freilichtspiele werden jedes Jahr im Sommer aufgeführt und mit dem Musical „RATS“ wird die Sage alljährlich von Frühling bis Herbst auf die Bühne gebracht. Zudem gibt es zahlreiche Privatinitiativen der Hamelner Bürger, die sich kreativ mit der Rattenfänger-Sage auseinandersetzen.[16] Rattenfängerzug in Hameln M, D, G
Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle 2014 Sachsen-Anhalt Die Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle blickt auf eine über 1000 Jahre alte Tradition des Salzsiedens zurück. Organisiert sind die Salzwirker nachweislich seit 1491 in einer eigenen Brüderschaft. Das Salzsieden als ehemalige Erwerbsquelle der Halloren stellt auch heute noch die Grundlage des Brüderschaftslebens dar.[17] Halloren G, H
Genossenschaftsidee 2014 Länderübergreifend Die Genossenschaftsidee ist ein allen Interessenten offen stehendes, überkonfessionelles Modell der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung auf Grundlage von Kooperationen. Die „Väter“ der Genossenschaftsidee, Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen, gründeten Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten genossenschaftlichen Organisationen in Deutschland.[18] Genossenschaftsilo am Hafen S
Deutsche Brotkultur 2014 Länderübergreifend Deutsches Brot ist in seiner Vielfalt einzigartig. Die Vielfalt erstreckt sich sowohl auf die Auswahl von Inhaltsstoffen als auch auf verschiedene Herstellungsweisen. Das Brot ist zentraler Bestandteil für Orte und Momente, in denen sich Menschen begegnen, um zu kommunizieren. Die Geselligkeit und das Brot sind auch ein im christlichen Kontext oder im Brauchtum bürgerlicher Christen stark verwurzeltes Begriffspaar.[19] Brotvielfalt in Deutschland G, U, H
Finkenmanöver im Harz 2014 Niedersachsen, Sachsen-Anhalt Das Finkenmanöver im Harz ist ein Gesangswettbewerb zwischen Buchfinken mit zwei Wettkampfsdisziplinen, der im Frühling abgehalten wird. Das Wissen um Fang und Haltung sowie Aufzucht, Pflege und Gesangsschulung der Vögel wird von Finker zu Finker überliefert.[20] Buchfink U
Flößerei 2014 Länderübergreifend Das Handwerk der Flößerei ist der Transport von Holz auf dem Wasserweg aus holzreichen in holzärmere Gebiete. In der Vergangenheit hat die Flößerei in Deutschland angesichts eines riesigen Holzbedarfs in allen Lebensbereichen der Gesellschaft eine herausragende Rolle gespielt. Seit dem Ende der gewerblichen Flößerei ist heute noch die touristische Flößerei weit verbreitet.[21] Flößerei auf der Isar G, U, H
Morsetelegrafie 2014 Länderübergreifend Mitte der 1830er Jahre begann das Zeitalter des elektrischen Nachrichtenwesens. Mittels kurzer und langer Zeichenelemente konnten Nachrichten als Morsezeichen materiallos weltweit übertragen werden. Das Morsealphabet wurde in der bis heute offiziell und weltweit verbreiteten Form vor 150 Jahren durch den deutschen Friedrich Clemens Gerke erstellt.[22] Morsealphabet U, H
Orgelbau und Orgelmusik 2014 Länderübergreifend Die Orgellandschaft ist seit dem Barock historisch gewachsenen und regional schattiert (nord-, mittel-, süddeutsch). Neben verschiedenen lokal- und regionalspezifischen Orgelbaustilen gibt es eine reichhaltige Bandbreite der Komposition und Aufführungspraxis sowie Möglichkeiten der Ausbildung für Orgelmusiker an Hochschulen und kirchlichen Einrichtungen.[23] Orgelbau D, U, H
Köhlerhandwerk und Teerschwelerei 2014 Länderübergreifend Die Verkohlung von Holz ist eine der ältesten Handwerkstechniken der Menschheit. Dabei werden Brennstoffe erzeugt, die hauptsächlich von fester (Holzkohle), flüssiger (Holzteer) oder gasförmiger Konsistenz (Holzgas) sind. Bei diesem Prozess wird die in der Biomasse gespeicherte Sonnenenergie zum Zwecke der Energiegewinnung freigesetzt.[24] Köhler und Kohlenmeiler U, H
Vogtländischer Musikinstrumentenbau in Markneukirchen und Umgebung 2014 Sachsen Seit rund 350 Jahren werden in der Region um Markneukirchen Musikinstrumente hergestellt. Es werden nahezu sämtliche Streich-, Zupf-, Holzblas-, Metallblas-, Schlag- und Harmonikainstrumente der europäischen Musik einschließlich Bögen, Bestandteilen und Zubehör gefertigt. Damit existiert der Musikinstrumentenbau im vogtländischen Musikwinkel in einer weltweit einzigartigen Konzentration und Vielfalt. Der traditionelle Musikinstrumentenbau wird von rund 1.300 Handwerkern in mehr als 100 Werkstätten ausgeübt.[25] Instrumentenbauer im vogtländischen Musikwinkel U, H
Reetdachdecker-Handwerk 2014 Mecklenburg-Vorpommern Das Eindecken von Dächern mit Reet ist eine der ältesten Handwerkstechniken beim Hausbau. Als Basismaterial für Reetdächer dient das gemeine Schilf- oder Teichrohr. Es erfordert großes fachliches Können, die Dächer mit Schilf zu gestalten.[26] Reetdachdecker H
Handwerksgesellenwanderschaft Walz 2014 Länderübergreifend Die Handwerksgesellenwanderschaft ist die Tradition, nach Freisprechung bei erfolgreichem Abschluss der Lehre, sich als „Junggeselle“ auf mehrjährige Wanderschaft in die Fremde zu begeben. Das Ziel der Walz ist, sich beruflich weiterzubilden, sowie den persönlichen Horizont und die Eigenständigkeit zu erweitern.[27] Handwerksgesellen G, H
Volkstanzbewegung in ihren regionalen Ausprägungen in Deutschland 2015 Länderübergreifend [28] Tanzgruppe aus Dithmarschen
Choralsingen 2015 Länderübergreifend [29] Choralschola
Sternsingen 2015 Länderübergreifend [30] Sternsinger
Schützenwesen in Deutschland 2015 Länderübergreifend [31] Schützen in Uniformen
Ehrsames Narrengericht zu Grosselfingen 2015 Baden-Württemberg [32] Das Narrengericht 1914
Kneippen – traditionelles Wissen und Praxis nach der Lehre Sebastian Kneipps 2015 Länderübergreifend [33] Kneippen im Wasserbecken
Manuelle Glasfertigung 2015 Länderübergreifend [34] Glasbläser bei der Arbeit
Tölzer Leonhardifahrt 2016 Bayern [35] Tölzer Leonhardifahrt
Barther Kinderfest 2016 Mecklenburg-Vorpommern [36]
Blaudruck 2016 Länderübergreifend [37] Blaudruck
Wunsiedler Brunnenfest 2016 Bayern [38] Wunsiedler Brunnenfest
Bergparaden und Bergaufzüge in Sachsen 2016 Sachsen [39] Bergparaden und Bergaufzüge in Sachsen
Feldgeschworenenwesen in Bayern 2016 Bayern [40]
Innerstädtischer Erwerbsgartenbau in Bamberg 2016 Bayern [41]
Flechthandwerk 2016 Länderübergreifend [42] Flechthandwerk
Die traditionelle Flussfischerei an der Mündung der Sieg in den Rhein 2016 Nordrhein-Westfalen [43] Die traditionelle Flussfischerei an der Mündung der Sieg in den Rhein
Sennfelder und Gochsheimer Friedensfeste 2016 Bayern [44]
Georgiritt und historischer Schwerttanz Traunstein 2016 Bayern [45] Georgiritt
Zwiefacher 2016 Bayern [46]
Tonnenabschlagen 2016 Mecklenburg-Vorpommern [47] Tonnenabschlagen
Ostfriesische Teekultur 2016 Niedersachsen [48] Ostfriesische Teekultur
Töpfertradition Westerwälder Steinzeug in und um Höhr-Grenzhausen, Kannenbäckerland, sowie Breitscheid 2016 Rheinland-Pfalz [49] Töpfertradition Westerwälder Steinzeug in und um Höhr-Grenzhausen, Kannenbäckerland, sowie Breitscheid
Porzellanmalerei 2016 Länderübergreifend [50] Porzellanmalerei
Schachtradition in Ströbeck 2016 Sachsen-Anhalt [51] Schachtradition in Ströbeck
Skat spielen 2016 Länderübergreifend [52] Skat spielen
Eisenacher Sommergewinn 2016 Thüringen [53] Eisenacher Sommergewinn
Posaunenchöre 2016 Länderübergreifend [54] Posaunenchöre
Zubereitung und Anwendung von traditionellem Kalkmörtel 2016 Länderübergreifend [55]
Forster Hanselfingerhut-Spiel 2016 Rheinland-Pfalz [56] Forster Hanselfingerhut-Spiel
Historisches Festspiel „Die Kinderzeche“ zu Dinkelsbühl 2016 Bayern [57] Historisches Festspiel „Die Kinderzeche“ zu Dinkelsbühl
Dichterwettstreit im deutschsprachigen Raum 2016 Länderübergreifend [58]
Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald 2016 Bayern [59] Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald
Heiligenstädter Palmsonntagsprozession 2016 Thüringen [60]
Osingverlosung 2016 Bayern [61]
Hebammenwesen 2016 Länderübergreifend [62] Hebammenwesen
Mal-, Fass- und Vergoldetechniken der Kirchenmalerei 2016 Länderübergreifend [63] Kirchenmalerei
Hessischer Kratzputz 2016 Hessen [64]
Märchenerzählen 2016 Länderübergreifend [65] Märchenerzählerin Dorothea Viehmann
Historisches Festspiel „Der Meistertrunk“ zu Rothenburg ob der Tauber 2016 Bayern [66] Historisches Festspiel „Der Meistertrunk“ zu Rothenburg ob der Tauber
Instrumentales Laien- und Amateurmusizieren 2016 Länderübergreifend [67]
Regionale Vielfalt der Mundarttheater in Deutschland 2016 Länderübergreifend [68]

Register Guter Praxisbeispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Register Guter Praxisbeispiele der Erhaltung immateriellen Kulturerbes in Deutschland umfasst modellhafte Projekte zum Schutz und zur Stärkung von Immateriellem Kulturerbe. Die Programme, Projekte und Tätigkeiten zur Erhaltung immateriellen Kulturerbes sollen Anregungen zur Förderung kultureller Ausdrucksformen bieten. Im Dezember 2015 wurden zwei Programme in das Register eingeschrieben.

Name Jahr Bundesland Beschreibung
Bewahrung und Förderung von Kultur, Vielfalt und Qualität regionaler Spezialitäten in Oberfranken 2015 Bayern, Oberfranken [69]
Manufakturelle Schmuckproduktion 2015 Länderübergreifend [70]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Immaterielles Kulturerbe in Deutschland. Deutsche Unesco Kommission e.V., abgerufen am 2. April 2015.
  2. Aufnahmeverfahren – Prozess für die Anerkennung einer kulturellen Ausdrucksform als immaterielles Kulturerbe in Deutschland. Deutsche Unesco Kommission e.V., abgerufen am 8. August 2014.
  3. 83 Vorschläge für Immaterielles Kulturerbe in engerer Wahl – Einträge in bundesweites Verzeichnis werden Ende des Jahres vorgestellt. Deutsche Unesco Kommission e.V., Juni 2014, abgerufen am 8. August 2014.
  4. Auszeichnung von 27 Kulturformen als Immaterielles Kulturerbe in Deutschland. Deutsche Unesco Kommission e.V., März 2015, abgerufen am 31. März 2015.
  5. Sieben Kulturformen in das deutsche Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Deutsche Unesco Kommission e.V., Dezember 2015, abgerufen am 8. Dezember 2015.
  6. Vorschläge für Immaterielles Kulturerbe gesucht. Deutsche Unesco Kommission e.V., März 2015, abgerufen am 31. März 2015.
  7. Sieben Kulturformen in das deutsche Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Deutsche Unesco Kommission e.V., Dezember 2015, abgerufen am 20. Dezember 2015.
  8. Genossenschaften als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit nominiert. Deutsche UNESCO-Kommission, März 2015, abgerufen am 22. April 2015.
  9. Genossenschaftsidee nimmt weiteren Schritt hin zu Kulturerbe. Die Welt, 16. März 2015, abgerufen am 2. April 2015.