Rokkor

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Einige Minolta-Rokkor-Teleobjektive

Rokkor war der Markenname der für alle Objektive der Firmen Chiyoda Kōgaku Seikō sowie später Minolta zwischen 1940[1] und 1980 gebraucht wurde,[1] einschließlich einiger weniger, die von anderen Firmen wie zum Beispiel Leica vertrieben wurden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name leitet sich von Rokkō (六甲山) ab, einem 932 m hohen Berg, der von der Fabrik des Unternehmens nahe Mukogawa bei Osaka, Japan aus zu sehen war.[1] Mit dem Namen wollte der Unternehmensgründer Kazuo Tashima die hohe optische Qualität der Objektive zum Ausdruck bringen.[1]

Das erste Objektiv dieses Namens war ein 4.5/200mm-Objektiv, das 1940 für die Luftbildhandkamera Chiyoda SK-100 hergestellt wurde.[1] Nach der Aufgabe des Markennamens 1980/1981,[1] erschien der Name noch zwei weitere Male. Intern war der Name in den frühen 1980er Jahren noch in Gebrauch für Prototypen eines Teleobjektivs namens Minolta MD Apo Tele Rokkor 2.8/300mm mit manuellem Fokus und SR-Bajonett,[2] das 1985 mit A-Bajonett und Autofokus als Minolta AF Apo Tele 2.8/300mm erschien. Der Name wurde ebenfalls, diesmal offiziell, zwischen 1996 and 1998 für das Minolta G-Rokkor 3.5/28mm-Objektiv verwendet. Als einziges je gebautes Rokkor-Objektiv mit Autofokus war dieses Objektiv Teil der Minolta TC-1, einer Kleinbildkompaktkamera.[1] Zum 70. Firmenjubiläum von Minolta wurde das Objektiv 1998 zusätzlich in der Minolta TC-1 Limited verbaut und in einer limitierten Edition von 2000 Stück mit M-39-Schraubgewinde für den japanischen Markt produziert.

Während der Zeit der aktiven Nutzung des Markennamens, gab es in Österreich und Japan auch hauseigene Magazine von Minolta mit dem Namen „Rokkor“.[1]

Nomenklatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorübergehend trugen Objektive, die für den nordamerikanischen Markt hergestellt wurden, in den 1960ern und 1970ern die Bezeichnung Rokkor-X statt Rokkor wie in der restlichen Welt, um die Warenströme besser verfolgen und den grauen Markt austrocknen zu können. Gelegentlich verbanden Käufer jeweils entweder die Rokkor- oder Rokkor-X-Varianten mit besserer Qualität, beiden lagen aber die gleichen Spezifikationen und Qualitätsstandards in der Herstellung zugrunde, nur das Namensschild war verschieden.[3]

Bis 1975 folgte dem „Rokkor“ eine Kombination zweier Buchstaben, an der der Aufbau des Objektivs ablesbar war. Der erste Buchstabe stand für die Anzahl der optischen Gruppen (T=3,[3] Q=4, P=5, H=6, S=7, O=8, N=9), der zweite für die Anzahl der Elemente (C=3, D=4, E=5, F=6, G=7, H=8, I=9, J=10,[3] K=11, L=12). Ein Rokkor-QF-Objektiv war also ein Objektiv mit sechs Elementen in vier Gruppen.[1][3]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Anni Rita Scheibel, Josef Scheibel: 70 Jahre Minolta Kameratechnik. Von der Nifcalette bis zur Dynax 9. 3., aktualisierte, überarb. u. erg. Auflage. Lindemann, Stuttgart 1999, ISBN 3-89506-191-3 (online).
  2. Dennis Lohmann: Minolta MD APO Tele Rokkor 300mm 1:2.8, Prototyp. Minolta-Forum. 1. Juli 2006. Abgerufen am 7. Juni 2015.
  3. a b c d Antony Hands: A brief history of Minolta lenses (englisch) Rokkor Files. 2006. Abgerufen am 7. Juni 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]