Romeos

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Film
OriginaltitelRomeos
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 94 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Sabine Bernardi
Drehbuch Sabine Bernardi
Produktion Kristina Löbbert,
Janna Velber
Musik Roland Appel
Kamera Moritz Schultheiß
Schnitt Renata Salazar Ivancan
Besetzung

Romeos ist ein deutscher Spielfilm mit Transgender-Bezug von Sabine Bernardi aus dem Jahr 2011. Der Film lief im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2011 in der Sektion Panorama.[1]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 20-jährige Lukas, der als Miriam geboren wurde, ist mitten in seiner konträrgeschlechtlichen Hormontherapie zum Mann als er seinen Zivildienst in Köln beginnt. Da er auf dem Papier noch als Frau gilt, wird er im Mädchenwohnheim untergebracht, wo auch seine beste Freundin Ine wohnt, die sich schon in der schwul-lesbischen Szene Kölns eingelebt hat.

Gleich am ersten Abend nimmt sie Lukas mit auf eine Party. Als er dort auf die Toilette geht und sein Penis-Imitat aus der Hose holt, greift jemand danach, der sich in der Badewanne hinter dem Duschvorhang aufhielt. Noch bevor dieser Lukas zu Gesicht bekommt, kann Lukas aus dem Bad entkommen. Das Penis-Imitat trägt zur allgemeinen Belustigung der Partygäste bei. Ine versucht dies zu beenden, doch Lukas fängt selbst an, sich über den Penis lustig zu machen, aus Angst nicht von den anderen akzeptiert zu werden. Daraufhin ist Ine sauer auf Lukas. Lukas geht raus an die frische Luft, wo er auf den schwulen Fabio, auf den Lukas zuvor schon ein Auge geworfen hatte, trifft.

Am darauffolgenden Abend gehen Lukas und Ine mit den Jungen aus dem Jungenwohnheim Billard spielen. Auch Fabio taucht in der Bar auf. Die beiden haben viel Blickkontakt während des Abends. Anschließend gehen die beiden in einen Schwulenclub, doch als Fabio Lukas körperlich näher kommt, ergreift Lukas die Flucht. Am nächsten Tag am See streiten sich Lukas und Ine, und Fabio schubst Lukas in den See. Im Wasser nähert sich Fabio erneut an, doch Lukas weist ihn zurück. Fabio fährt alle nach Hause. Lukas geht ins Wohnheim, wo ihm seine Familie einen Überraschungsbesuch zum Geburtstag erwartet. Fabio kommt ihm nach, da Lukas noch seine Jacke hat. Fabio spielt mit Lukas Schwester, wird aber schnell von Lukas weggeschickt. Das macht seine kleine Schwester wütend und sie schreit laut, dass Lukas eigentlich ein Mädchen sei, woraufhin Lukas seine Schwester schlägt und sein Zimmer verwüstet. Abends tröstet Ine Lukas.

Am nächsten Abend besucht ihn seine Betreuerin. Da ein Umzug in das Jugendwohnheim vom Amtsleiter nicht genehmigt wird, veranlasst sie den Umzug ohne Genehmigung. Glücklich darüber, entscheidet sich Lukas doch zu Ine und dem schwulen Freund Sven in die Bar nachzukommen. Fabio ist auch da und sagt Lukas, dass er nicht auf Transen stehe und Lukas auch niemandem erzählen solle, dass er eine ist, damit Fabio sich nicht blamiert. Ine hat Liebeskummer, da Lukas aber nur Augen für Fabio hat, geht sie enttäuscht nach Hause. Am nächsten Tag trifft Lukas zufällig auf Fabio, nachdem er sich in der Apotheke neue Tabletten geholt hat. Fabio möchte sehen, was es für welche sind, Lukas rennt los und Fabio hinterher. Völlig außer Atem setzen sich die beiden hin und es kommt fast zu einem Kuss, doch Fabios Handy klingelt und er muss los zu seinem nächsten Date. Danach begegnet Lukas Sven, der von seinem Freund betrogen wurde. Die beiden betrinken sich in einer Bar und landen bei Lukas im Bett, doch Lukas sagt ihm, dass er transsexuell sei, keinen Sex möchte und schmeißt ihn raus. Die folgenden Tage kommen sich Lukas und Fabio wieder näher. Aus Angst vor seinen konservativen Eltern fängt Fabio was mit einem Mädchen an. Beim gemeinsamen Billard-Abend in der Bar mit Lukas und Ine verführt Ine Fabios Freundin und Lukas erlebt sein erstes Mal mit Fabio.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden 2010 an verschiedenen Originalschauplätzen in Köln statt. Der Film wurde gefördert von der ZDF-Redaktion Das kleine Fernsehspiel und dem Nachwuchsfördertopf der Filmstiftung NRW.[2]

Kurz vor dem Filmstart kam es zum Eklat mit der Prüfstelle FSK. Sie wollte den Film erst ab 16 Jahren freigeben, weil er bei Jugendlichen angeblich zu einer „Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung“ führen könne.[3] Am Ende musste sich die FSK wegen Diskriminierung entschuldigen und senkte die Altersfreigabe auf zwölf.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Ein Debütfilm, dem man die sorgfältige Recherche zum Thema Transsexualität anmerkt, ohne dass er aufdringlich pädagogisch wirken würde. Die komödiantische Liebesgeschichte bringt den ungewöhnlichen „Coming-of-Age“-Stoff zwar formal konventionell, aber amüsant und unterhaltsam nahe.“

„Die energiegeladene Atmosphäre wird von einer großartigen Kamera eingefangen und das gesamte Darstellerensemble ist exzellent. Ein berührender Film, der anderen Mut macht und ein großartiges Plädoyer für mehr Toleranz.“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berlinale-Blog – Ein Kölner Film als Kassenschlager. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 13. Februar 2011, abgerufen am 4. Dezember 2017.
  2. filmstiftung.de
  3. Paul Wrusch: Dieser Film macht schwul. taz.de.
  4. a b Romeos. Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW), abgerufen am 22. Mai 2013.
  5. Romeos. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 22. Mai 2013.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet