Rosskur

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Unter einer Rosskur (auch Pferdekur) versteht man heute in der Umgangssprache eine medizinische Behandlung mit Hilfe von unsanften Methoden oder umstrittenen und drastischen Mitteln.[1] Im Grimmschen Wörterbuch steht, die Rosskur sei eine gewagte kur mit ungeheuerlichen mitteln.[2] Der englische Ausdruck für diese Art der Behandlung kill-or-cure remedy (deutsch: "Töte- oder Heilmittel') zeigt die Alternativen deutlich auf.

Der Hufschmied und speziell der Fahnenschmied hatte im Mittelalter auch die Aufgaben eines Tierarztes und war für die Behandlung kranker Pferde zuständig. Er konnte jedoch außerdem auch das Handwerk eines Baders ausüben und damit Methoden der so genannten einfachen Chirurgie an Menschen vornehmen. Da der Hufschmied die Gebisse kranker Pferde behandelte, wurde er bei Zahnschmerzen häufig auch von Menschen herangezogen. Der Ausdruck Rosskur geht vor allem auf das rabiate Zahnziehen der damaligen Zeit zurück.

Weitere Bedeutungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im übertragenen Sinne wird der Begriff Rosskur auch für andere drastische oder radikale Maßnahmen zur Beseitigung eines Missstandes verwendet, etwa bei Renovierungen[3] oder bei Haushaltssanierungen.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Rosskur – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Duden, Sonderausgabe f. Schulen, 22. Aufl., 2001
  2. Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Bd. 14, Sp. 1267: Rosskur. In: Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften. Universität Trier, abgerufen am 6. Februar 2017.
  3. Helmut Caspar: Roßkur für den Alten Fritz. In: Berlinische Monatsschrift 3/1998 beim Luisenstädtischen Bildungsverein
  4. Klaus Hartung: Berlin. Rosskur im Liegestuhl. Zeit Online, 24. Juli 2003, abgerufen am 19. April 2007.