Royal Niger Company

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Flagge der Royal Niger Company

Die Royal Niger Company war eine Handelskompanie, die im 19. Jahrhundert vom britischen Empire angeheuert wurde. Sie bildete die Grundlage für den heutigen Staat Nigeria.

Geschichte[Bearbeiten]

Sir George Taubmann Goldie hatte vor, die relativ unerforschten Regionen rund um die unteren und mittleren Teile des Flusses Niger dem Empire zukommen zu lassen. Mehr als 20 Jahre lang versuchte er seine Pläne umzusetzen. Er versuchte, die Regierungstätigkeiten an innerhalb des Empire angeheuerte Unternehmen zu übergeben, eine Methode die eigentlich mit der Britische Ostindien-Kompanie zusammen von der Bildfläche hätte verschwinden sollen. Im ersten Schritt vereinigte er alle britischen Wirtschaftsinteressen im Niger, was ihm 1879 mit der United African Company gelang. 1881 hoffte Goldie auf einen Vertrag von Gladstone's Regierung, aber seine Versuche blieben ohne Erfolg.

Zu dieser Zeit breiteten sich französische Händler, von Léon Gambetta ermutigt, im unteren Gebiet des Flusses aus, so dass es für die Gesellschaft schwierig wurde, die territorialen Rechte zu sichern. Aber den Franzosen wurden 1884 ihre Gebiete abgekauft, so dass Goldie 1885 in der Berliner Westafrika-Konferenz, wo er als Experte für Fragen bezüglich des Flusses Niger war, kundgeben konnte, dass am unteren Niger nur die britische Flagge wehe. Zur gleichen Zeit wurde die Nigerküste britisches Protektorat. Über 400 politische Verträge wurden mit traditionellen Oberhäuptern im Gebiet des unteren Niger und mit Vertretern des Hausa-Volkes abgeschlossen. Nachdem die Briten ihre Skrupel überwunden hatten, wurde im Juli 1886 offiziell der Regierungsauftrag an die National African Company übergeben, die zur Royal Niger Company, mit Henry Austin Bruce, 1. Baron Aberdare, als Vorsitzendem und Goldie als Vize wurde. Der Ort Lokoja am Zusammenfluss der Flüsse Benue und Niger wurde Hauptquartier der Company.

Der Royal Niger Company als Privatunternehmen war es nicht möglich, den staatlich unterstützten Protektoraten von Frankreich und Deutschland stand zu halten. Und so gab am 1. Januar 1900 die Royal Niger Company ihre Territorien für die Summe von £ 865.000 an die britische Regierung ab. Die erhaltenen Gebiete wurden, zusammen mit dem Küsten-Protektorat, das schon in britischem Besitz war, in die Protektorate Nord- und Südnigeria aufgeteilt.

Im Jahr 1920 wiederum kaufte der englische Konzern Lever Brothers die Gesellschaft, die nun unter dem Namen Niger Company firmierte.[1] In der Folge negativer Preisentwicklungen auf dem Rohstoffmarkt fusionierte Royal Niger 1929 mit der African & Eastern Trade Corporation zur United African Company. Nachdem sich Lever Brothers in demselben Jahr mit der Dutch Margarine Union zur Unilever zusammenschloss, ging die United African Company schließlich in dem neuen Großkonzern auf.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-43066890.html
  2. http://www.oceanlinermuseum.co.uk/Palm%20Line%20history.html

Siehe auch[Bearbeiten]