São Gabriel (Schiff, 1497)

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São Gabriel
Kupferstich 16. Jahrhundert
Schiffsdaten
Flagge Portuguese Discoveries and Empire Flag.svg
Schiffstyp Karacke
Stapellauf um 1496/97
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
32,00 m (Lüa)
Breite 4,80 m
Tiefgang max. 3.90 m
Verdrängung 250 t
 
Besatzung 46
Takelung und Rigg
Anzahl Masten 3
Anzahl Segel 5 bis 6
Sonstiges

Die São Gabriel, eine 1496/97 erbaute Karacke, war das Flaggschiff von Vasco da Gama. Mit ihr verließ er am 8. Juli 1497 den Hafen Restelo in Belém um einen östlichen Weg nach Indien zu finden. Steuermann und Navigator war der damals sehr bekannte Pêro de Alenquer. Benannt wurde das Schiff nach dem Erzengel Gabriel. In der Literatur wird die São Gabriel vom Schiffstyp her gelegentlich wegen der Ähnlichkeit auch als Nao bezeichnet.

Ankunft da Gamas in Calicut; Gemälde von Ernesto Casanova, ca. 1880

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. Mai 1498 erreichte Vasco da Gama, von Ostafrika kommend, nach 2.700 Seemeilen in 27 Tagen mit ihr Calicut an der Malabarküste, auch Pfefferküste genannt, in Kerala. Die Rückfahrt bis Malindi im heutigen Kenia, dauerte mehr als drei Monate. Nach einem Umweg über die Azoren auf dem Rückweg nach Portugal, verlieren sich dort die Spuren des Schiffs in der Geschichte. Da Gama kam ohne sie am 9. September 1499 mit einer kleinen Menge indischer Gewürze nach Lissabon.

Das Schiff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besegelung des Dreimasters ähnelte stark anderen Karacken der Zeit um 1500. Mit je zwei Rahsegeln an Fock- und Großmast sowie einem Lateinsegel am Besanmast hatte dieser Schiffstyp gute Segeleigenschaften auch hart am Wind.[1] Das Schiff hat ein Längen-Breiten-Verhältnis von 2,5:1 und wirkte trotz seines langen Quarterdecks, das bis in die Schiffsmitte reichte, sehr rund. Markant ist auch der dreieckige Aufbau auf dem Bug. Das um 1450 entstandene Schiffsmodell einer „Katalanischen Nau“ im Marinemuseum „Prins-Hendrik-Schiffahrtsmuseum“ in Rotterdam wird häufig als Vergleich für die Entwicklung dieses Schiffstypus herangezogen. Auch die Santa Maria seines „spanischen“ Konkurrenten Kolumbus war nach dessen Meinung vom Schiffstyp her eine Nao.[2]

Die Führungsmannschaften der einzelnen Schiffe der Flotte setzten sich wie folgt zusammen:[3]

Karavelle/Karacke Schiffsbesatzung
São Gabriel Generalkapitän: Vasco da Gama
Pilot: Pero de Alenquer
Schreiber: Diogo Dias
'São Rafael Kapitän: Paulo da Gama
Pilot: João de Coimbra
Schreiber: João de Sá
Bérrio Kapitän: Nicolao Coelho
Pilot: Pero Escobar
Schreiber: Álvaro Braga
Versorgungsschiff São Maria Kapitän: Gonçalo Nunez
Pilot: Afonso Gonçalves

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Attilio Cucari, Segelschiffe – Die Königinnen der Meere, Geschichte und Typologie, Bassermann, 2008, ISBN 978-3-8094-1992-1 S. 40
  • Alfred Dudszus, Ernest Henriot, Friedrich Krumrey: Das große Buch der Schiffstypen. transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1987, ISBN 3-344-00161-2, S. 288.
  • Lutz Bunk: 50 Klassiker – Schiffe. Sammlung Gerstenberg visuell, ISBN 978-3-8067-2548-3, S. 74–77
  • Gernot Giertz (Hrsg.): Vasco da Gama. Die Entdeckung des Seewegs nach Indien; Ein Augenzeugenbericht 1497–1499. Thienemann, Stuttgart 2002, ISBN 3-522-61070-9
  • Fernand Salentiny: Die Gewürzroute. Die Entdeckung des Seewegs nach Asien; Portugals Aufstieg zur ersten europäischen See- und Handelsmacht. DuMont, Köln 1991, ISBN 3-7701-2743-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: São Gabriel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Attilio Cucari, Segelschiffe – Die Königinnen der Meere S. 40
  2. siehe Literaturangaben
  3. Sanjay Subrahmanyam, The Career and Legend of Vasco Da Gama, 1997, S. 79 f.