Woll-Weide

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Woll-Weide
Woll-Weide (Salix lanata) in Island

Woll-Weide (Salix lanata) in Island

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Malpighienartige (Malpighiales)
Familie: Weidengewächse (Salicaceae)
Gattung: Weiden (Salix)
Art: Woll-Weide
Wissenschaftlicher Name
Salix lanata
L.

Die Woll-Weide,[1] früher auch Wollige Weide genannt, (Salix lanata) ist ein Strauch aus der Gattung der Weiden (Salix) mit anfangs weißwollig behaarten Zweigen und lang weiß seidig behaarten Blattspreiten. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art liegt im Norden Europas und reicht bis in den Osten Sibirierns. Sie wird häufig als Heckenpflanze verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweig mit Blättern
Weibliche Blütenkätzchen
Woll-Weide (Salix lanata)

Die Woll-Weide ist ein bis zu 1,5 Meter hoher, sparriger Strauch mit dicken Ästen. Junge Triebe und Knospen sind dick weiß und wollig behaart. Die Laubblätter haben große, ganzrandige Nebenblätter und einen 0,5 bis 1,5 Zentimeter langen Stiel. Die Blattspreite ist 2,5 bis 7 Zentimeter lang, rundlich-eiförmig bis verkehrt-eiförmig, spitz, mit breit keilförmiger bis fast herzförmiger Basis und ganzrandigem bis etwas gewelltem Blattrand. Beide Seiten sind anfangs dicht und lang weiß seidig behaart und verkahlen später. Die Blattoberseite ist dann trübgrün, die Unterseite bläulich grün und netznervig. Es werden sechs bis zehn Nervenpaare gebildet.[2]

Als Blütenstände werden 2 bis 2,5 Zentimeter lange, elliptische, sitzende und dicht goldgelb behaarte Kätzchen gebildet. Die Tragblätter sind dunkelbraun und goldgelb behaart mit einer länglichen Nektardrüse. Männliche Blüten haben zwei kahle Staubblätter. Der Fruchtknoten weiblicher Blüten ist kurz gestielt und kahl. Der Griffel ist lang, die Narben sind groß und ungeteilt. Die Woll-Weide blüht im April.[2]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 38.[3]

Vorkommen und Standortansprüche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Europa im Norden von Finnland, in Norwegen, Schweden und in Schottland, im Europäischen Teil von Russland und in Sibirien.[4] Die Woll-Weide wächst in kühlfeuchten Wäldern auf durchlässigen, frischen bis feuchten, sauren bis neutralen, kiesig- bis sandig-humosen, mäßig nährstoffreichen Böden an sonnigen bis lichtschattigen, sommerkühlen und winterkalten Standorten. Seltener findet man die Art in Mooren und Sumpfgebieten auf moorigen und nasstorfigem Untergrund. Die Woll-Weide ist frosthart. Das Verbreitungsgebiet wird der Winterhärtezone 4 zugeordnet mit mittleren jährlichen Minimaltemperaturen von −34,4 bis −28,9 °C (−30 bis −20 °F).[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Woll-Weide (Salix lanata) ist eine Art aus der Gattung der Weiden (Salix) in der Familie der Weidengewächse (Salicaceae).[4] Sie wurde 1753 von Carl von Linné im Species Plantarum erstmals wissenschaftlich beschrieben.[4] Der Gattungsname Salix stammt aus dem Lateinischen und wurde schon von den Römern für verschiedene Weidenarten verwendet.[5] Das Artepitheton lanata stammt ebenfalls aus dem Lateinischen und bedeutet „mit Wolle bedeckt“.[6]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Woll-Weide wird häufig als Heckenpflanze verwendet. Junge Zweige sind essbar, jedoch nicht schmackhaft. Die innere Rinde kann getrocknet und als Mehl bei der Herstellung von Brot verwendet werden. Da der Geschmack äußerst bitter ist, wurde es nur in Hungerzeiten verwendet.[2][7]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Roloff, Andreas Bärtels: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Mit einem Winterschlüssel von Bernd Schulz. 3., korrigierte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5614-6, S. 581.
  • Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7 (Nachdruck von 1996).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutscher Name nach Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 581
  2. a b c d Roloff et al.: Flora der Gehölze, S. 581
  3. Salix lanata bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  4. a b c Salix lanata. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN). United States Department of Agriculture, abgerufen am 6. August 2012 (englisch).
  5. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 552
  6. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen, S. 325
  7. Salix lanata. In: Plants for a Future. Abgerufen am 6. August 2012 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Woll-Weide (Salix lanata) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien