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San Antonio (Chile)

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San Antonio
San Antonio (Chile)
San Antonio (Chile)
San Antonio
San Antonio auf der Karte von Chile
Koordinaten 33° 35′ 36″ S, 71° 37′ 18″ WKoordinaten: 33° 35′ 36″ S, 71° 37′ 18″ W
Basisdaten
Staat Chile Chile

Region

Valparaíso
Provinz San Antonio
Einwohner 91.350 (2017)
Stadtinsignien
Detaildaten
Fläche 405 km²
Bevölkerungsdichte 226 Ew./km2
Höhe m
San Antonios Hafen im Februar 2014
San Antonios Hafen im Februar 2014
San Antonios Hafen im Februar 2014

San Antonio ist eine Stadt in der Mitte Chiles, in der Región de Valparaíso, mit 91.350 Einwohnern (Stand: 2017).[1]

Die Hafenstadt liegt etwa 50 km (Luftlinie) südlich von Valparaíso direkt am Pazifischen Ozean. In der Nähe mündet auch der Río Maipo in den Pazifik.

San Antonio wurde immer wieder von Erdbeben erschüttert. Die Stadt lag z. B. am 16. August 1906 im Bereich des verheerenden Erdbebens von Valparaíso.

Klima

Das maritime Klima ist mit etwa 14 °C im Jahresdurchschnitt mild.

1810 während des chilenischen Unabhängigkeitskampfes wurde San Antonio zum Puerto Mayor (wichtigen Hafen) erklärt. 1853 entschied man sich, den Hafen weiter auszubauen, da der Hafen Valparaíso von den Spaniern blockiert wurde. Nachdem Valparaíso am 31. März 1866 von der spanischen Flotte stark zerstört wurde, wurde die Rolle von San Antonio immer wichtiger.

1911 erhielt die Stadt eine Eisenbahnanbindung nach Santiago de Chile. Von 1910 bis 1917 wurde der Hafen vom Franzosen Augusto Galtier zum großen Exporthafen ausgebaut.

Zu Beginn der 1970er Jahre dominierten die vier Unternehmen Contiki, Sopesa, die 1940 gegründete Pesquera Arauco und Harling die lokale Fischerei und Fischmehlproduktion. Die Pinochet-Diktatur schlug nach dem Militärputsch 1973 mit ihrem Repressionsapparat DINA auch gegen die Arbeiter in den Fischverarbeitungsfabriken zu.[2]

In der Stadt befindet sich die Kaserne des Regiments Tejas Verdes. Hier betrieb die Diktatur das Konzentrationslager Tejas Verdes.[2] Es befand sich auf dem Gelände der Ingenieursschule.

Um eine durchgehende Überwachung der Arbeiter auszuüben und womöglich, so der Gegenstand zweier Justizverfahren 2012 und 2015, um Menschen verschwinden zu lassen, wurde DINA die Besitzerin dieser Unternehmen, indem sie sie kurzerhand verstaatlichte. Auf diese Weise kam DINA in den Besitz von 310 Kühllastwagen sowie einige Chevrolet C10, C30 und Apache zum Gefangenen- und Leichentransport, was zahlreiche Zeugen vor Gericht bestätigt haben. DINA übernahm auch Pesquera Chile, während es Pasquera Arauco im Februar 1975 wieder privatisierte, worauf daraus Pesquera Nuevo Aurora entstand. Dem Management von Pesquera Arauco wurde vorgeworfen, insbesondere in das Verschwindenlassen von Alfonso Chanfreau verwickelt gewesen zu sein.[2]

Der nach dem Erdbeben von 1985 stark ausgebaute Hafen wurde mit dem 2009 eröffneten Einkaufszentrum Arauco San Antonio[2] zunehmend zur Dienstleistungszone.

San Antonio ist ein sehr wichtiger Hafen für Chile. Über den Hafen werden große Mengen Kupfer und Schwefelsäure aus der Mine El Teniente verschifft. Der Hafen besteht aus vier großen Terminals.

Die Stadt ist über exzellente Straßen und Eisenbahnverbindungen mit dem Inland verbunden.

San Antonio ist auch für die argentinische Großstadt Mendoza ein wichtiger Umschlaghafen.

Sehenswürdigkeiten

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  • der Hafen: Hauptattraktion ist sicherlich der große Hafenbereich der Stadt. Die Grúa 82 ist ein historischer dampfbetriebener Großkran im Hafen, der zwischen 1910 und 1915 von Franzosen aufgebaut wurde. Er ist heute ein nationales Monument.
  • Auf der Mole befinden sich viele kleine Kunsthandwerksbuden, die ihre Produkte anbieten. Davon sind besonders die Schwertfischschwert-Schnitzereien zu erwähnen.
  • Am Fischmarkt liegen viele Seelöwen, die auf einen Fischkopf von Besuchern warten. Für einen kleinen Betrag bekommt man eine Tüte davon.
  • Museo Municipal de Historia Natural: Das Naturkunde-Museum 'Museo Municipal de Historia Natural' zeigt die Flora und Meeres-Fauna der Umgebung.
  • Strand: zwischen San Antonio und Llolleo liegt ein ca. 4 km langer Strand.
Panorama des Hafens von San Antonio

Persönlichkeiten

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Commons: San Antonio, Chile – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Censo 2017. Abgerufen am 1. Dezember 2018 (spanisch).
  2. a b c d Philippe Sands: 38, rue de Londres : De l’impunité, Pinochet et le Nazi de Patagonie. Traduit par Christophe Beslon. Hrsg.: Hélène Monsacré. Éditions Albin Michel, Paris 2025, ISBN 978-2-226-49344-6, S. 420–427, 431, 435, 437, 439 f.