Sandflächenverfahren

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Das Sandflächenverfahren (auch Sandfleckverfahren oder sand patch text) ist ein volumetrisches Verfahren zur Bestimmung der Rauheit, bzw. der Textur einer Oberfläche mit Hilfe von Quarzsand. Es wird auch häufig nach N. Kaufmann[1], der das Verfahren 1971 in Deutschland eingeführt hat, als Kaufmann-Verfahren bezeichnet. Vorlage dafür war eine bereits seit 1960 in England existierende Prüfvorschrift[2], [3] zum sand patch test.

Zur Anwendung kommt das Verfahren beispielsweise bei der Zustandserfassung und -bewertung von Verkehrsflächen im Straßenbau, bei der Betoninstandsetzung zur Prüfung des Materialbedarfs und der Untergrundhaftung für Beschichtungen oder Betonersatzsysteme sowie zur Beurteilung von Verbundfugen bei Betonfertigteilen mit Ortbetonergänzung.

Verfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel des Sandflächenverfahrens ist die Bestimmung der mittleren Rautiefe der zu prüfenden Oberfläche. Dazu wird ein bestimmtes Volumen Quarzsand (z. B. 25 cm³ oder 50 cm³) auf die Oberfläche geschüttet und ohne Druck kreisförmig verteilt bis die Vertiefungen in der Oberfläche gerade eben gefüllt sind. Aus dem Durchmesser der Sandfläche lässt sich die mittlere Rauhtiefe berechnen:[4]

[4]
mit:
– mittlere Rauhtiefe in mm
– Volumen des verteilten Sandes in cm³
– Durchmesser der Sandfläche in cm

Vor- und Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorteil des Sandflächenverfahrens ist die einfache und schnelle Durchführung ohne spezielle Prüfeinrichtungen.

Nachteilig ist, dass die Oberfläche nur gering geneigt sein darf. Eine Durchführung an Wänden oder über Kopf ist nicht möglich, sodass das Verfahren z. B. in der Betoninstandsetzung nur bedingt anwendbar ist. Außerdem hängt das Ergebnis stark von der prüfenden Person ab.[5]

Normen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DIN EN 13036-1 : 2001-08 „Oberflächeneigenschaften von Straßen und Flugplätzen – Prüfverfahren – Teil 1: Messung der Makrotexturtiefe der Fahrbahnoberfläche mithilfe eines volumetrischen Verfahrens“
  • DIN EN 1766 : 2000-03 „Produkte und Systeme für den Schutz und die Instandsetzung von Betontragwerken – Prüfverfahren – Referenzbetone für Prüfungen“

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kaufmann, N.: Das Sandflächenverfahren. Ein einfaches Verfahren zur Messung und Beurteilung der Textur von Fahrbahnoberflächen. In: Straßenbau-Technik. Nr. 3, 1971, S. 131–135.
  2. Sabey, B. E.: Road surface texture and the change in skidding resistance with speed. In: Road Research Laboratory (Hrsg.): RRL Report. Nr. 20. Harmondsworth 1966 (trl.co.uk [PDF; abgerufen am 20. September 2020]).
  3. Road Research Laboratory: Instructions for using the portable Skid-Resistance Tester. In: Department of Scientific and Industrial Research (Hrsg.): Road Note. Nr. 20. London 1960.
  4. a b viacor-polymeres.com – Rauhtiefenbestimmung nach dem Sandflächenverfahren (PDF-Datei; 76 kB)
  5. fh-frankfurt.de – Rauheit und Rutschhemmung von Betonoberflächen – Elektrooptische Messsysteme zur Ermittlung von Rauheitsparametern (PDF-Datei, zweisprachig: englisch und deutsch) (Memento des Originals vom 5. September 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fh-frankfurt.de