Sarmizegetusa

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45.62277777777823.310277777778Koordinaten: 45° 37′ 22″ N, 23° 18′ 37″ O

Die Provinz Dakien mit der Hauptstadt Ulpia Traiana

Sarmizegetusa (griechisch Ζαρμιζεγέθουσα, Ζερμιζεγέθουσα, Sarmizegetusa Regia bzw. Ulpia Traiana Augusta Dacica Sarmizegetusa)[1] ist der Name zweier archäologischer Stätten im heutigen Rumänien. Beide liegen im Kreis Hunedoara in Siebenbürgen.

Dakische Festung Sarmizegetusa Regia

Lage[Bearbeiten]

Die Gegend um Hunedoara ist bereits seit dem Neolithikum ein beliebter Siedlungsraum und wurde aufgrund von Kupfer- und Eisenlagerstätten im Laufe der Zeit zu einem Kernland, das die Entwicklung zahlreicher bedeutender Kulturen im Pannonischen Becken und den Karpaten nachhaltig beeinflusste. Die archäologischen Funde zeigen eine direkte kulturelle Wechselwirkung mit Nordeuropa seit der Spätbronzezeit. Spätestens seit dieser Zeit wurde die Region zum Drehkreuz zwischen den Lausitzer Kulturen im Norden, den frühen Griechen im Süden, den am Pontus gelegenen Kulturen und den westlichen Urnenfeld-Kulturen. Es ist zwischen zwei Orten mit dem Namen Sarmizegetusa östlich und südlich von Hunedoara zu unterscheiden:

Sarmizegetusa Regia[Bearbeiten]

Archäologische Übersichtskarte der dakischen Festung Sarmizegetusa Regia

Sarmizegetusa (genannt auch Sarmizegetusa Regia) war von etwa 80 v. Chr. bis 106 nach Chr. wichtigstes Handels- und Wirtschafts- sowie religiöses Zentrum des von Dakern bewohnten Gebietes. Dieser Ort war durch einen Ring einzelner Festungen mit dem Zentrum Sarmizegetusa gesichert. Die sechs Festungen Sarmizegetusa(45.6223823.31033), Costești-Blidaru(45.66777777777823.162777777778), Costești-Cetățuie(45.6801923.15429), Căpâlna(45.8246723.60455), Piatra Roșie(45.6021823.14725), und Bănița(45.5193723.30612) wurden 1999 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Der Ort liegt auf dem Areal des Dorfes Grădiștea de Munte in der Gemeinde Orăștioara de Sus im Kreis Hunedoara in Siebenbürgen. Die Stadt wird vorsichtig als thrakisch klassifiziert, was auf die diesen zugerechneten Daker zurückgeht, die unter Burebista das Gebiet vermutlich von den Boiern eroberten und diese unterwarfen.

Sarmizegetusa war wichtigster militärischer Stützpunkt und bis 106 n. Chr. die Hauptstadt des dakischen Staatengebildes. In den Dakerkriegen wurde er verwüstet.

Ausgrabungsstätte „Sarmizegetusa Regia“[Bearbeiten]

Die ehemalige dakische Siedlung wurde seit dem 18. Jahrhundert ausgegraben. In Sarmizegetusa wurden dabei östlich der zentralen Festung bedeutende Tempelanlagen freigelegt.

Seit 1995 besteht eine Kooperation zwischen dem Althistorischen Institut der Universität zu Köln und seitens Rumäniens dem Nationalmuseum der Geschichte Transsilvaniens und der Babeș-Bolyai-Universität Cluj.

Ulpia Traiana Augusta Dacica Sarmizegetusa[Bearbeiten]

1872 publizierter Plan der Ruinen von Ulpia Traiana Sarmizegetusa

Kurze Zeit nach der Zerstörung von Sarmizegetusa Regia wurde von den Römern zwischen 108 und 110 n. Chr. mit Colonia Ulpia Traiana Augusta Dacica Sarmizegetusa(45.5166522.786821) eine Veteranenkolonie ungefähr 40 Kilometer südwestlich des ehemaligen Ortes gegründet. Die Siedlung wurde die Hauptstadt für die römische Provinz Dacia. Sie lag auf dem Territorium der heutigen Gemeinde Sarmizegetusa (früher auch Grădiște, ung. Várhely, dt. Burgort) in der Nähe der Stadt Hațeg.

Nach dem Rückzug der römischen Truppen und Verwaltung aus Dakien im Jahre 271 siedelten hier zunächst Alanen, deren Reich später von Attilas Hunnen übernommen wurde. Nachdem verschiedene Stämme der Völkerwanderung sich hier die Klinke in die Hand gaben, eroberten die Bulgaren und schließlich verschiedene Turkstämme die Region. Seit dem 14. Jahrhundert war sie erneut Ziel von Auswanderern aus Nordeuropa, deren Ansiedlungen letztendlich alle in den heutigen Staaten aufgingen.

Ausgrabungsstätte Ulpia Traiana[Bearbeiten]

Ruinen der römischen Colonia Ulpia Traiana Augusta Dacica Sarmizegetusa

Archäologische Grabungen haben die Stadt „Colonia Ulpia Traiana Augusta Dacica Sarmizegetusa“ als eine planmäßig angelegte Siedlung nach bewährten römischen Plänen erschlossen. Der stark befestigte Ort hatte auf etwa 30 Hektar Fläche geschätzt 20000 bis 25000 Bewohner.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Ptolemäus 3, 8, 9: Ζαρμιζεγέθουσα; Cassius Dio 68, 8, 7: Ζερμιζεγέθουσα; Digesten 50, 15, 1, 9: Zarmizegetusa; Geograph von Ravenna 4, 7: Sarmazege; Tabula Peutingeriana 7, 5: Sarmategte; in Inschriften meist mit S.

Weblinks[Bearbeiten]