Schlacht am Smolinasee

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Schlacht am Smolinasee
Datum 13.09.1502
Ort Palkino nahe Pskow
Ausgang Sieg der Livländischen Konföderation
Konfliktparteien

Großfürstentum Moskau

LivonianShield.svg Livländische Konföderation

Befehlshaber

Daniel Wassiljewitsch Schtschenja

Wolter von Plettenberg

Truppenstärke
12.000 mehr als 5.000
Verluste

2.500-8.000

geringe

Am Smolinasee in Russland, unweit der heutigen Siedlung Palkino in der Oblast Pskow, zu deutsch Pleskau (daher auch häufig Schlacht von Pleskau genannt) siegte Wolter von Plettenberg am 13. September 1502 als Landmeister des Deutschen Ordens in Livland über die Gegner Altlivlands.

Kulturgeschichtliche Bedeutung der Schlacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Schlacht von Tannenberg 1410 hatte der Deutsche Ritterorden bis 1466 zunehmend seine führende Rolle in Preußen verloren. Im Baltikum lagen die Verhältnisse anders. Landmeister Johann Freitag von Loringhoven hatte durch seine Diplomatie und 1492 durch seinen Sieg in der Schlacht bei Neuermühlen den 200-jährigen Bürgerkrieg in Livland beendet. Landmeister Wolter von Plettenberg gelang es nach der Schlacht am Smolinasee 1502, durch seine Politik die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Livländische Orden die Herrschaft im 16. Jahrhundert behielt.

Die unmittelbare Bedeutung der Schlacht von 1502 ergab sich aus dem Zusammenwirken von Deutschen, Esten und Letten im Kampfe und aus dem anschließenden Friedensvertrag 1503 mit Iwan III., dem Großen von Moskau. Beides zusammen und die klug geführten Verhandlungen Plettenbergs führten in Altlivland zu einer inneren und äußeren Friedenszeit von fast 60 Jahren. Das hatte es in der livländischen Geschichte vorher nicht gegeben.

Unter dieser Voraussetzung kam es zu einer kulturellen Blüte im Land und zur unblutigen Einführung des Evangelischen Glaubensbekenntnisses bei Deutschen, Esten und Letten. Die Wirkung des nach 1502 in Livland sich ausbreitenden Gedankenguts der Reformation blieb auch nach dem Untergang Altlivlands 1561 ungebrochen.

Historische Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tag des livländischen Sieges am Smolinasee wurde bis zum Untergang Altlivlands jährlich in Riga wie ein Nationalfeiertag begangen. Den Zeitgenossen war dieser letzte Sieg Livlands wie ein Wunder erschienen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leonid Arbusow: Die Einführung der Reformation in Liv-, Est und Kurland. In: Forschung zur Reformationsgeschichte. Bd. 3, Leipzig/ Riga, I 1919, II 1921.
  • Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch. 2. Abt, Bd. 2, Nr. 382.
  • Carl Schirren (Hrsg.): Eyne Schonne hystorie... In: Archiv für die Geschichte Liv-, Est- und Kurlands. VIII, 1861.
  • Astaf von Transehe-Roseneck: Geschichte der Familie von Rosen. In: Genealogisches Handbuch der Baltischen Ritterschaften. Teil Livland, Bd. 2; Görlitz 1931.
  • Reinhard Wittram: Baltische Geschichte 1180–1918. München 1954.

Koordinaten: 57° 32′ 10,7″ N, 28° 0′ 16,6″ O