Schlacht bei Zehden

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Denkmal für die Schlacht bei Cedynia / Zehden, errichtet 1972
Polnischer Adler auf dem Czcibor-Berg des Denkmals für die Schlacht bei Cedynia /Zehden

Die Schlacht bei Zehden fand am 24. Juni 972 zwischen Herzog Mieszko I. von Polen und den vom Kaiser Otto I. eingesetzten Markgraf Hodo I. von der Mark Lausitz bei Zehden statt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Seit unter Karl dem Großen († 814) im Rahmen der Christianisierung der Herrschaftsanspruch des Römischen Reichs bis zur Weichsel ausgedehnt worden war, wurden ostelbische Landesfürsten gegenüber dem römischen Kaiser als tributpflichtig angesehen und erschienen auch auf den Reichstagen. Markgraf Hodo war verantwortlich für das Eintreiben des Tributes, den Kaiser Otto I. von Mieszko und den verschiedenen slawischen Stämmen östlich der Elbe verlangen konnte. Nach der Teilung der großen Sächsischen Ostmark, die erst nach dem Abschluss der Eroberung des elbslawischen Gebiets durch Markgraf Gero I. 937 entstand, zersplitterte sich das Gebiet zwischen der Elbe und Oder ab 966 territorial in einzelne kleinere Grenzmarken.

Die genaueren Hintergründe für den Ausbruch der Fehde und die eigentliche Ursache für Hodos Feldzug gegen Mieszko sind nicht überliefert.[1] Spekulation ist, dass Mieszko die Schwäche der Sachsen an ihrer Ostflanke ausnutzen wollte und beabsichtigte, das ökonomisch wichtige Gebiet um die Oder bis Pommern mit dem damals bedeutenden Handelszentrum Wolin zu erobern und sich damit auch Zugang zur Ostsee zu verschaffen. Der Chronist Thietmar von Merseburg sah eine der Hauptursachen für den Ausbruch des Zwists darin, dass Mieszko sich gegenüber den Markgrafen mehr persönlichen Respekt verschaffen wollte, da diese ihm auf den Reichstagen mit Hochmut begegneten: So wagte Mieszko es nicht, in seinem Pelz vor Markgraf Hodo zu erscheinen oder sich niederzusetzen, wenn dieser stand.[1]

Im Kampf gegen die Polanen stand Siegfried, Graf zu Walbeck und im Möckerngau, dem Markgrafen Hodo militärisch bei.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Nachrichten über diese Schlacht sind nur sehr spärlich. Der Kampf fand an einer Furche an der Oder statt, direkt gegenüber der späteren Stadt Oderberg nördlich von Frankfurt. Der einzige vorhandene Weg lag neben einem mit Bäumen überwachsenen hohen Hügel, und das Gebiet war meist sumpfartig.

Mieszko ritt mit seinen Leuten zur Oder, und sein Bruder Cidebur nahm Stellung nahe dem Ort Cidini. Hodo verfolgte Mieszko, welcher nach Cedini floh. Dort wartete Cideburs Armee auf Hodo und griff von den umliegenden Hügeln aus an. Die Schlacht wurde zum Gemetzel, und nur wenige deutsch-sächsische Truppen entkamen, darunter die Grafen Hodo und Siegfried.

Auf Befehl Kaiser Ottos II. hatte Mieszko 973 auf dem Reichstag zu Quedlinburg zu erscheinen.[1] Dort stiftete der Kaiser zwischen den verfeindeten Parteien Frieden. Mieszko hatte allerdings seinen Sohn Bolesław als Geisel zur Sicherung des Friedens zu stellen.

Die Schlacht ist von den Chronisten Gallus Anonymus und Thietmar von Merseburg überliefert.

Gegenwartsbezug[Bearbeiten]

Nachdem die Stadt Zehden 1945 von der Roten Armee erobert worden war, benannte die polnische Administration den Ort in Cedynia um. 1972 wurde aus Anlass der 1000-Jahr-Feier der Schlacht ein Denkmal errichtet, das an die Schlacht von Zehden erinnern soll.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweisw[Bearbeiten]

  1. a b c Richard Roepell: Geschichte Polens. Band 1, Hamburg 1840, S. 98.