Schloss Erdmannsdorf

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Rittergut Erdmannsdorf um 1859

Zum niederschlesischen Schloss Erdmannsdorf: siehe Mysłakowice

Das Schloss Erdmannsdorf in Sachsen ist ein Schloss im Stil des Historismus im gleichnamigen Ort Erdmannsdorf im Erzgebirge. Die Anlage steht im Süden des Ortes auf einem nach Südosten gerichteten Bergsporn über der Zschopau und ging aus einer mittelalterlichen Burganlage hervor.

Beschreibung und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine an dieser Stelle vermutlich um 1160 errichtete Wehranlage wurde im Jahr 1191 erstmals urkundlich als Herrensitz des Werner de Ertmarsdorf erwähnt. Dieser Werner gilt auch als Erbauer der ehemaligen Burg Nidberg bei Zöblitz. Die damalige Anlage kann aufgrund ihrer Lage zum Typus der Spornburgen gezählt werden und umfasste ein Areal mit einem Durchmesser von etwa 30 bis 40 Metern.

Bei späteren Umbauten zu einem Rittergut und dann zu einem Schloss wurde der Großteil der alten Bausubstanz zwar eingeebnet, doch der älteste Burgteil, das sogenannte Steinhaus, blieb bis heute erhalten. Im Keller des Schlosses findet sich mittelalterliche Bausubstanz.[1]

Als Besitzer lassen sich die Familien von Erdmannsdorff, von Schütz und von Könneritz nennen. Unter Hans Heinrich von Könneritz begann 1843 der Umbau zum Schloss in seiner heutigen Gestalt. Der Schlossanbau wurde im Stil der Tudorgotik ausgeführt, dessen Schmuckelemente jedoch um 1965 bei der Erneuerung des Außenputzes zerstört wurden. Bereits 1829 wurde die alte auf dem Burggelände befindliche Ökonomie abgerissen, weil sie durch 1822 erbaute neue Wirtschaftsgebäude ersetzt worden war.

Im Jahr 2000 wurde das Schlossnebengebäude restauriert. Neben vier Wohnungen entstanden im Erdgeschoss Vereinsräume und ein Ausstellungsraum.[2]

In dem Gemälde Gartenterrasse (was auch unter "Schlossterrasse" oder "Blick von Schloss Erdmannsdorf" bekannt ist) wird durch den bedeutende Maler der deutschen Romantik Caspar David Friedrich das Ambiente des Schlosses um 1811 gezeigt. Dieses Ölgemälde auf Leinwand (mit den Maßen 53,5 cm × 70 cm) befindet sich im "Neuen Pavillon" des Schlosses Charlottenburg in Berlin. [3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volkmar Geupel: Die geschützten Bodendenkmale im Bezirk Karl-Marx-Stadt (= Kleine Schriften des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden. H. 3, ISSN 0232-5446). Landesmuseum für Vorgeschichte, Dresden 1983.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wilhelm Teichgräber: Schloss Erdmannsdorf. Eduard Pietzsch, Dresden 1842, (Digitalisat).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkmar Geupel: Die geschützten Bodendenkmale im Bezirk Karl-Marx-Stadt. 1983, S. 38.
  2. Erdmannsdorf (Memento des Originals vom 28. Dezember 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.augustusburg.de, Zugriff am 28. Dezember 2014.
  3. H. Brösch-Supan / K. W. Jähing: Caspar David Friedrich - Gemälde, Druckgraphik und bildlmäßige Zeichnungen. Hrsg.: Deutscher Verein für Kunstwissenschaft. Prestel-Verlag, München 1975, S. 312.

Koordinaten: 50° 49′ 4,6″ N, 13° 4′ 37″ O