Schloss Kynžvart

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Schloss Kynžvart
Schloss Kynžvart

Schloss Kynžvart (deutsch: Schloss Königswart) befindet sich im Bädergebiet des Okres Cheb (Eger) wenige Kilometer unterhalb des Ortes Bad Königswart.

Am Ende des 16. Jahrhunderts ließ das fränkisch-böhmische Geschlecht der von Zedtwitz ein Renaissancefort errichten. Nachdem die Metternichs zwischen 1623 und 1631 (Jahreszahl je nach Quelle) die Herrschaft erworben hatten, ließ Graf Philipp Emmerich das baufällige Renaissancefort 1681–1691 in ein Barockschloss umbauen. Seine heutige Gestalt im Stil des Wiener Klassizismus und Empirestil erhielt das Schloss Königswart unter W. L. Metternich, dem österreichischen Staatskanzler, der es zu seinem Geburtstag von seinem Vater geschenkt bekommen hatte. Er ließ es 1821–1836 vom italienischen Baumeister Pietro de Nobile umbauen. Zum Schloss gehört ein 100 ha großer englischer Garten, in dem ein Obelisk von Kaiser Franz I. (1835 aufgestellt) steht. Gegenüber dem Schloss ließ der Fürst Wirtschaftsgebäude für Meierhof und Försterei errichten, die renoviert ein Hotel und Restaurant beherbergen. Das Schloss wurde 1945 dem Fürstenhaus konfisziert.

Im Schloss selbst befindet sich eine wertvolle Bibliothek, die mittelalterliche Handschriften und wertvolle Drucke, wissenschaftliche Bücher und Enzyklopädien aus einer Reihe von wissenschaftlichen Bereichen enthält. Hier wird der Nachlass des französischen Dichters Alexandre Dumas verwahrt. 1828 wurde ein Museum eingerichtet, in dem naturwissenschaftliche Sammlungen, Münzen, historische und technische Kuriositäten, Handschriften, alte ägyptische Denkmäler, Marmorplastiken – u.a. von Antonio Canova und Gegenstände der orientalischen Kunst zu sehen sind.

Als Kustos wirkte Karl Huss († 1838), der letzte Scharfrichter von Eger. In der Schlosskapelle befindet sich ein Marmoraltar, den Papst Gregor XVI. Fürst Metternich schenkte. 1862 bekam Fürst Metternich von einem Diplomaten eine Zierpflanze geschenkt und setzte sie im Park aus. Seitdem ist diese „Zierpflanze“, der Kaukasische Riesenbärenklau ausgewildert und hat längst Ländergrenzen überschritten.

Seit dem Jahr 2000 ist das Schloss nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Beim Rundgang wird der Besucher durch 25 Räume geführt. 2008 setzte der Europarat Schloss Kynžvart auf die Liste des europäischen Kulturerbes.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Hemmerle: Sudetenland: Wegweiser durch ein vergessenes Land. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1996, S. 199, ISBN 3-86047-183-X
  • Prospekt Kurhotel „Hubertus“ Lázně Kynžvart
  • „Freie Presse“ vom 14. April 2010, „Sommerresidenz zeugt vom Glanz vergangener Tage“ mit Ausführungen des Historikers und Schlossdirektors Miloš Riha

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Kynžvart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 0′ 16″ N, 12° 36′ 20″ O