Schnigge

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Die Morąg, polnische Rekonstruktion einer Schnigge

Mit Schnigge (Snigge, Snekja, Snekka) oder Schnicke wird ein offener, flachgehender und meist schneller Segelschiffstyp bezeichnet, der sich seit der Eisenzeit in Nordeuropa entwickelte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einmastige Schnigge um 1800
1:1-Modell des Hinterschiffes einer Eiderschnigge

In der Wikingerzeit war die Schnigge ein schnelles, einmastiges Segelschiff mit geringem Tiefgang von etwa 30 Metern Länge, das zusätzlich mit etwa 40 Riemen gerudert werden konnte. An Bord war eine Besatzung von bis zu 90 Mann. Die Schnigge zählte zu den Langschiffen; eine fahrtüchtige Rekonstruktion dieses Typs existiert in Polen.

In der Zeit der Hanse wurde die Schnigge als kleines, schnelles Kriegs- und Depeschenschiff verwendet. Verbreitung fand sie in Skandinavien, im Baltikum, in Polen und in Deutschland.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurden in Deutschland mit Schnigge regional unterschiedliche, ein- oder anderthalbmastige Schiffstypen bezeichnet, darunter die Kuff, ein ostfriesischer Küstensegler, und die Eiderschnigge. Es waren flachgehende Boote mit geringem Tiefgang und Seitenschwertern, die als Frachttransporter oder Fischerboot Verwendung fanden. Vor dem feststehenden Mast führten sie bis zu drei Vorsegel, das Großsegel war gaffelgetakelt[1].

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dudszus, A. (1990): Stichworte Eiderschnigge, S. 95 und Schnigge, S. 227

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dudszus, Alfred: Das große Buch der Schiffstypen, Bd. 1: Schiffe, Boote, Flöße unter Riemen und Segel. Berlin: Transpress, Lizenzausgabe Stuttgart: Pietsch, 1990, ISBN 3-613-50058-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wikingerschiffe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Deutsche Segelschiffe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien