Eisenzeit

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Urgeschichte
Holozän (➚ Frühgeschichte)
Eisenzeit
  Späte Bronzezeit  
  Mittlere Bronzezeit
  Frühe Bronzezeit
Bronzezeit
    Kupfersteinzeit  
  Jungsteinzeit
Mittelsteinzeit
Pleistozän     Jungpaläolithikum  
    Mittelpaläolithikum
    Altpaläolithikum
  Altsteinzeit
Steinzeit

Die Eisenzeit ist eine nach dem verwendeten Material zur Werkzeugherstellung benannte Periode der Ur- und Frühgeschichte. In der einfachen Gliederung des Dreiperiodensystems gilt sie nach der Steinzeit und der Bronzezeit als dritte große Periode der Frühgeschichte. In dieser Epoche begann man, Eisen für Werkzeuge und Waffen zu verwenden. Auf die Eisenzeit folgen – je nach Kulturkreis – die Antike oder frühgeschichtliche Kultur.

Das Einsetzen schriftlicher Überlieferung definiert den Beginn der Frühgeschichte. So zählt der Anfang der Eisenverhüttung und -bearbeitung in manchen Regionen zur Urgeschichte (z. B. Mittel- und Nordeuropa) und in manchen zur Frühgeschichte (Mittelmeerraum, Vorderer Orient, China, Indien). Für Mitteleuropa wird der Begriff Eisenzeit nur auf vorgeschichtliche Perioden angewandt, in Nordwesteuropa wird unterschieden zwischen vorrömischer Eisenzeit (als vorgeschichtliche Periode) und römischer Eisenzeit (als teilweise frühgeschichtlicher Zeitraum, synonym zum in der deutschen Forschung üblichen Begriff Römische Kaiserzeit). Für Skandinavien wird eine „germanische Eisenzeit“ postuliert, da sich die klassische Periodisierung für die Einordnung der dortigen Funde als untauglich erwies.

Kleinasien[Bearbeiten]

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In Kleinasien war die Eisenverhüttung schon früh bekannt. Die Hethiter kannten die Verarbeitung dieses Metalls zu einer Zeit, als es in anderen Regionen der Welt noch unbekannt war. Mit dem Ende des hethitischen Reiches (um 1200 v. Chr.) endete auch das Monopol des Reiches auf die Verhüttung von Eisen, die dort seit dem 17. Jahrhundert v. Chr. belegt ist. Nach dem 12. Jahrhundert v. Chr. breitete sich diese Technik im Vorderen Orient und im Mittelmeerraum aus. (siehe auch Eisenverhüttung bei den Germanen)

Levante[Bearbeiten]

In der Levante geht mit den Umbrüchen um 1200 v. Chr. (vgl. „Seevölker“) die Bronzezeit in die Eisenzeit über:[1]

  • Eisenzeit I (1200–1000 v. Chr.)
    • I A (1200–1150 v. Chr.)
    • I B (1150–1000 v. Chr.)
  • Eisenzeit II (1000–587 v. Chr.)
    • II A (1000–925 v. Chr.)
    • II B (925–700 v. Chr.)
    • II C (700–586 v. Chr.)
  • Eisenzeit III (586–332 v. Chr.)

Die Babylonische und v.a. Persische Zeit stellt mit auch für die Levante verfügbaren schriftlichen Quellen und Münzprägung keine rein urgeschichtliche Epoche mehr dar. Die Eisenzeit endet spätestens 332 v. Chr. mit der Eroberung durch Alexander den Großen und dem Beginn des Hellenismus.[1]

Griechenland[Bearbeiten]

Griechenlands frühere Eisenzeit ist der Zeitraum zwischen der Mitte des 11. Jahrhunderts und dem Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. Sie gilt als eine Periode des Wandels und Übergangs zwischen der mykenischen Welt der Bronzezeit und der Welt der griechischen Stadtstaaten der archaischen Epoche. Diese Zeit wird aufgrund der Spärlichkeit der Quellen auch mit dem Ausdruck „Dunkle Jahrhunderte“ belegt.

Mitteleuropa[Bearbeiten]

Vorrömische Eisenzeit[2]
Hallstattzeit[3]
Ha C 800–620 v. Chr.
Ha D1–D3 620–450 v. Chr.
Latènezeit[3]
LT A 450–380 v. Chr.
LT B 380–250 v. Chr.
LT C 250–150 v. Chr.
LT D 150 v. Chr.–15

In Mitteleuropa beginnt die Eisenzeit im 8. Jahrhundert v. Chr. Sie wird unterteilt in

  • Frühe oder Ältere Eisenzeit (800–450 v. Chr.), die Hallstattzeit
  • Späte oder Jüngere Vorrömische Eisenzeit (450 v. Chr.– Ende 1. Jahrhundert v. Chr.), bzw. die Latènezeit

Die Definition der Unterteilung der vorrömischen Eisenzeit in Hallstatt- und Latènezeit erfolgte 1874 durch den schwedischen Prähistoriker Hans Hildebrand.

Einige wichtige archäologische Fundstätten sind:

Nordeuropa[Bearbeiten]

In Nordeuropa werden die Abschnitte der Eisenzeit je nach Gebiet unterschiedlich benannt und datiert:

Dänemark[4]:

Norwegen[6][5]:

  • Ältere Eisenzeit (500 v. Chr. – 550 n. Chr.)
    • Vorrömische Eisenzeit (500–1 v. Chr.)
    • Römische Eisenzeit (1–400 n. Chr.)
    • Völkerwanderungszeit (400–550 n. Chr.)
  • Jüngere Eisenzeit (550–1050 n. Chr.)
    • Merowingerzeit (550–800 n. Chr.)
    • Wikingerzeit (800–1050 n. Chr.)

Schweden[7][5]:

  • Vorrömische Eisenzeit (500–1 v. Chr.)
  • Römische Eisenzeit (1–400 n. Chr.)
  • Völkerwanderungszeit (400–550 n. Chr.)
  • Vendelzeit (550–800 n. Chr.)
  • Wikingerzeit (800–1100 n. Chr.)

Finnland[8]:

  • Vorrömische Eisenzeit (500–1 v. Chr.)
  • Römische Eisenzeit (1–400 n. Chr.)
  • Völkerwanderungszeit (400–575 n. Chr.)
  • Merowingerzeit (575–800 n. Chr.)
  • Wikingerzeit (800–1025 n. Chr.)

Subsaharisches Afrika[Bearbeiten]

In Afrika kommt man an Grenzen des europäisch geprägten Dreiperiodensystems, denn in Afrika begann die Eisenzeit ohne eine vorhergehende Kupfer- oder Bronzezeit. Die frühesten Belege für Eisenverhüttung stammen von Taruga in Zentral-Nigeria (Nok-Kultur) und nördlich von N’Djamena im Tschad. Dort hat man mehrere Verhüttungsöfen ausgegraben, deren Datierung ins erste vorchristliche Jahrtausend fällt (800–500 v. Chr.).[9]

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist die Eisenverhüttung eine indigene Erfindung. Frühere Annahmen einer Herkunft aus Meroe konnten durch die Datierungen Tarugas widerlegt werden, denn letztere sind etwas älter als Meroe. Eine Beeinflussung durch Karthago scheint ausgeschlossen, weil die Sahara zu dieser Zeit kaum zu durchqueren war.[10][11]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Eisenzeit – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b The Oxford Handbook of The Archaeology of the Levant c. 8000–332 BCE. Edited by Margreet L. Steiner and Ann E. Killebrew. Oxford: Oxford University Press 2014. ISBN 978-0-19-921297-2. S. 44–65, 70.
  2. Gilt im deutschsprachigen Raum, mit Ausnahme Norddeutschlands. Dort folgt auf die eisenzeitliche Jastorf-Kultur die „Römische Eisenzeit“ als Entsprechung zur Römischen Kaiserzeit (1–375 n. Chr.) und anschließend die „Germanische Eisenzeit“ (375–650).
  3. a b Daten aus der Zeittafel in: Die Welt der Kelten - Zentren der Macht - Kostbarkeiten der Kunst. Thorbecke, 2012, S. 524-525 ISBN 3799507523
  4. Kroppedal Museum: Jernalder. Abgerufen am 1. Juli 2013.
  5. a b c Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Hg. von Johannes Hoops. Berlin: de Gruyter 1968–2007. ISBN 3-11-016227-X. s.v. Völkerwanderungszeit. S. 517–518, Abb. 100.
  6. Store norske leksikon: Jernalderen i Norge. Abgerufen am 1. Juli 2013.
  7. Stockholms läns museum: Järnålder. Abgerufen am 1. Juli 2013.
  8. Museiverket: Järnåldern. Abgerufen am 1. Juli 2013.
  9. Roland Oliver, Brian M. Fagan:Africa in the Iron Age. c. 500 B. C. to A. D. 1400, Cambridge University Press, 1985, ISBN=0-521-20598-0, S. 64
  10. R. Tylecote:The origin of iron smelting in Africa, In:Westafrican Journal of Archaeology, Vol. 5, S.1–9, ISSN=0331-3158, 1975
  11. R. F. Tylecote:Iron smelting at Taruga, Nigeria In: Journal of the Historical Metallurgy Society, Vol. 9, 2, S.49–56, ISSN=0142-3304, 1975