Schubladeneffekt

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Der Schubladeneffekt bezeichnet das mechanische Klemmen eines Schlittens auf einer Führungsbahn infolge Verkantens.

Ursache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgelöst wird er durch ein auf den Schlitten wirkendes Drehmoment.

Ist die Führungslänge kleiner als die Breite multipliziert mit dem Gleitreibungsbeiwert, besteht die Gefahr der Selbsthemmung.

Somit begünstigen eine kurze Führungsaufnahme sowie großes Führungsspiel den Effekt. Auf Werkzeugmaschinen üblicher Größe hat der aus Führungsspiel und Verformung resultierende Verkantungswinkel keinen Einfluss.[1]

Wirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Animation zum "halbierten" Schubladeneffekt durch den sich ausbildenden Reibungskegel, zum Beispiel an einer Säulenbohrmaschine

Die Auswirkungen des Schubladeneffektes sind ähnlich denen des Stick-Slip-Effekts, zumeist eine stotternde Bewegung des Schlittens bis hin zur völligen Blockade bei außermittigem Kraftangriff.

Der Name Schubladeneffekt leitet sich vom Effekt des Klemmens einer Schublade in der Schubladenführung ab, dessen Ursache und Wirkung mittels Teleskopschienenführungen weitgehend vermieden werden können. Ursächlich ist der erheblich kleinere Reibwert der Rollreibung gegenüber der flächigen Gleitreibung.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Jörg Conrad: Taschenbuch der Werkzeugmaschinen, Carl Hanser Verlag München Wien, 2002, ISBN 3-446-21859-9