Schuleingangsuntersuchung

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Schuleingangsuntersuchungen (kurz: S1 oder auch SEU) oder auch Einschulungsuntersuchungen (kurz: ESU) genannt, sind in den meisten Bundesländern eine Pflichtaufgabe des Gesundheitsamtes. Alle Kinder eines Jahrganges werden vor Schuleintritt durch Ärzte des Gesundheitsamtes untersucht. In den größeren Kommunen haben die Gesundheitsämter für alle schulärztlichen Angelegenheiten eine eigene Abteilung bzw. ein separates Sachgebiet, den sogen. Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KJGD). Die Kriterien der SEU werden in der Regel auf Landesebene durch die zuständigen Fachministerien oder andere Landeseinrichtungen auf der Basis entsprechender Schulgesetze oder Gesundheitsdienstgesetze festgelegt.

Umfang und Maßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schuleingangsuntersuchung umfasst die Dokumentation der Teilnahme an den Präventionsmaßnahmen (Impfungen und kinderärztliche Früherkennungs-Untersuchungen), sowie die körperliche Untersuchung z. B. mit dem Stethoskop, und die Erfassung des Gesundheitszustands mit einem Schwerpunkt auf solche Untersuchungen, die für die Teilnahme am Unterricht und den Schulerfolg bedeutend sind (Sehen, Hören, Verhalten, Koordination, Sprachentwicklung). Darüber hinaus werden auch chronische Erkrankungen sowie Größe und Gewicht erfasst.

Eingreifende Untersuchungen (z. B. Blutabnahme oder Impfungen) werden nicht durchgeführt.

Gegebenenfalls werden Hinweise auf bestimmte Fördermaßnahmen gegeben. Nach der Untersuchung wird eine Empfehlung über die Einschulung des Kindes ausgesprochen, eine Entscheidung liegt aber letztendlich bei den Erziehungsberechtigten und der Schulleitung.

Dokumentation und Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Daten der Schuleingangsuntersuchungen geben wertvolle Hinweise auf den Gesundheitszustand eines ganzen Jahrganges. Da Schuleingangsuntersuchungen in der Regel in sehr begrenztem zeitlichen Rahmen und mit begrenzten Untersuchungsmitteln durchgeführt werden, genügt die Validität und Vollständigkeit der Untersuchungsergebnisse aber nur zum Teil epidemiologischen Anforderungen. Trotzdem sind Schuleingangsuntersuchungen auch aus Mangel an alternativen Daten ein wichtiges Instrument der Gesundheitsberichterstattung.

In den Bundesländern findet sich eine Vielzahl von Untersuchungs- und Dokumentationsmethoden, auch weil die Bundesländer die Schuleingangsuntersuchung an veränderte Erfordernisse oder wissenschaftliche Erkenntnisse anpassen. Ein Thema der im Jahr 2004 aktuellen sozialpädiatrischen Diskussion war die Frage einer Vorverlegung von Untersuchungsinhalten, um schon in früheren Entwicklungsstadien Defizite erkennen und effektiver als im Nachhinein behandeln zu können oder um mehr Zeit für eine Therapie bis zur Einschulung zu gewinnen.

Rechtsgrundlagen und Geltungsbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die gesetzlichen Grundlagen sind in Deutschland landesspezifisch, da sowohl Schule und Bildung als auch der öffentliche Gesundheitsdienst föderalistisch geregelt sind.

Situation in anderen Ländern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinigte Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Vereinigten Staaten findet eine Schuleingangsuntersuchung vor dem Eintritt in die Kindergartenstufe der Grundschule statt, also bei den Fünfjährigen. An die Stelle einer schulärztlichen Untersuchung tritt dort ein Gesprächstermin mit der Schulkrankenschwester. Da behinderte und chronisch kranke Kinder in den USA integrativ an den Regelschulen unterrichtet werden, sodass Krankheit kein Grund für die Ablehnung eines Kindes ist, steht im Mittelpunkt dieser Begutachtung die Prüfung der Vollständigkeit der Impfnachweise. Darüber hinaus wird die Gesundheitsbescheinigung eines niedergelassenen Kinderarztes verlangt, die später jedes Jahr erneut vorgelegt werden muss.

Die geistige, soziale und emotionale Schulfähigkeit wird in den USA nicht im Rahmen einer Gesundheitsprüfung, sondern in einer gesonderten Untersuchung festgestellt, die von einem Lehrer oder Schulpsychologen durchgeführt wird. Dabei kann in Einzelfällen die Empfehlung ausgesprochen werden, ein Kind ein Jahr lang zurückzustellen und ein alternatives schulvorbereitendes Programm wie z. B. eine Preschool oder einen Begindergarten besuchen zu lassen.

Migrantenkinder absolvieren nach der Einschulung meist auch einen Sprachtest, bei dem geprüft wird, ob das Kind in das Englisch-Förderungsprogramm der Schule aufgenommen werden sollte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Untersuchung zur Einschulung - kindergesundheit-info.de: unabhängiges Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.