Semantische Sättigung

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Semantische Sättigung (auch verbale Sättigung) ist ein psychologisches Phänomen, bei dem die mehrfache Wiederholung eines Wortes zu einem temporären Bedeutungswandel oder -verlust führt. Bei vollständiger Sättigung wird das Wort nur noch als bedeutungslose Aneinanderreihung von Tönen ähnlich unbekannter Wörter aus Fremdsprachen empfunden.[1]

Das Phänomen kann damit erklärt werden, dass die verbale Wiederholung ein spezifisches neurales Muster in der Großhirnrinde anregt, das für die Bedeutung des Wortes steht. Die wiederholte Erregung der Nervenzellen führt demnach zur neuronalen Inhibition, wodurch die Intensität jeder erneuten Anregung abgeschwächt wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leon Jakobovits James: Effects of repeated stimulation on cognitive aspects of behavior (MS Word; 369 kB) April 1962. Abgerufen am 8. September 2012.