Senoi

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Die Senoi sind eine der als Orang Asli bezeichneten indigenen Ethnien der langgestreckten malaiischen Halbinsel im heutigen Malaysia.

Zu den Senoi, bei denen mehrere ethnische Gruppen zu unterscheiden sind, gehören etwa 12.000 bis 18.000 Angehörige. Traditionell lebten sie vor allem im Inneren der Gebirge als Jäger in den tropischen Regenwäldern. Diese Lebensweise behielten sie teilweise noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei. Die Senoi sprechen eine eigene Sprache, die zu den Mon-Khmer-Sprachen gehört.

Es wurde viel über die Träume der Senoi publiziert. Träume und Trancezustände sind ein wesentliches Element für die Kultur und Gesellschaft. In Träumen erscheinen jenseitige Geistwesen, die in Ritualen (Heilungszeremonien) eine wesentliche Rolle spielen. Frühere Berichte, wonach Senoi sich luzider Träume bedienen, also Träume bewusst beeinflussen, ließen sich so nicht bestätigen und entsprechen nicht ihrer eigenen Traumtheorie.[1][2]

Zu den Musikinstrumenten der Senoi gehören eine Maultrommel genggong aus Metall, eine Maultrommel ranggong (oder juring ranggnin) aus einer Palmblattrippe (Eugeissona tristis), mit dem Mund und der Nase geblasene Querflöten, eine zweisaitige Bambusröhrenzither kereb oder karaniing (ähnlich der indonesischen guntang) und Bambusstampfrohre gooh. Letztere werden paarweise zur Begleitung weiblicher Gesangschöre eingesetzt.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Patricia Garfield: Kreativ träumen (Creative dreaming, 1984). 4. Aufl. Ansata-Verlag, Interlaken 1993, ISBN 3-7157-0165-X.
  • Holger Kalweit: Traumzeit und innerer Raum. Die Welt der Schamanen; Entdeckungsreisen in die terra incognita der Seele; der Schamane als Pionier der modernen Bewußtseinsforschung. O.W. Barth Verlag, München 1984, ISBN 3-502-67350-0.
  • Strephon Kaplan-Williams: Traum-Arbeit. Der Schlüssel zum Unterbewußten. Ein praktisches Handbuch (Dreamworking, 1991). Goldmann-Verlag, München 1993, ISBN 3-442-12205-8.
  • Marina Roseman: Healing Sounds of the Malaysian Rain Forest. Temiar music and medicine (Comparative studies of health systhems and medical care; Bd. 28). University of California Press, Berkeley 1993, ISBN 0-520-08281-8.
  • Strephon Williams: Durch Traumarbeit zum eigenen Selbst. Kreative Nutzung der Träume (Jungian-Senoi dreamwork manual, 1982). Ansata-Verlag, Interlaken 1984, ISBN 3-7157-0106-4.
  • Robert Wolff: Das Lächeln der Senoi. Was es bedeutet ein Mensch zu sein (Original wisdom. Stories of an ancient way of knowing, 2001). Oneness Center, Bern 2011. ISBN 978-3-9523830-0-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. G. William Domhoff: Senoi Dream Theory: Myth, Scientific Method, and the Dreamwork Movement. The DreamResearch.net Dream Library: Useful Articles on Dreams 2003
  2. Peter J. Bräunlein: Auf der Suche nach den „träumenden Senoi“-Ein Beitrag zur Faszinationsgeschichte des Traumes (PDF-Dokument von 2000), geladen 5. November 2014
  3. Marina Roseman, 1993, S. 85, 120