Sfumato

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
In der Mona Lisa machte Leonardo da Vinci ausgiebigen Gebrauch von Sfumato, sowohl in Gesicht und Vordergrund, als auch in der Hintergrundlandschaft.
Leonardo da Vinci 024.jpg
Detail aus Anna selbdritt
(nach 1501)
Mona Lisa detail background right.jpg
Detail aus Bildnis der Mona Lisa
(1503–1506)


Sfumato (deutsch verraucht, verschwommen) bezeichnet eine Technik in der Ölmalerei, Konturen nicht mit scharfen zeichnerischen Umrissen darzustellen, sondern mit rein malerischen Mitteln weich verschwimmen zu lassen. Auch Hintergründe wie Landschaften können so in einen nebligen Dunst gehüllt erscheinen und alles mit Weichheit zu umgeben.[1] Als Erfinder gilt Leonardo da Vinci (1452–1519), der den Begriff sfumato prägte und es besonders in seinem Spätwerk verwendete.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leonardo erreichte den Eindruck einer verschleierten Atmosphäre, indem er über den meist in dunklem Ocker ausgeführten Malgrund dünne, mit Weiß vermengte Lasurschichten legte und damit eine durchschimmernde, gebrochene Farbtönung erzeugte. Dabei verteilte er mit feinstem Pinselstrich den Farbauftrag derart, dass die Umrisse der Motive scheinbar ineinander fließen.[2] Das entsprechende, in der Natur sichtbare Phänomen ist ein Bestandteil der Luftperspektive: Weit entfernte Dinge erscheinen meist undeutlicher, blasser und heller - außer bei guter Fernsicht (!).

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sfumato wurde nicht von jedem Künstler und nicht von allen in gleicher Weise angewendet. Es gehört jedoch zum Stil - manchmal auch nur zu einer Stilphase - einiger herausragender Maler, die eine Vorliebe für lyrisch-poetische, idyllische Stimmungen hatten. Sehr gerne wurde es bei Madonnenbildern oder Darstellungen der heiligen Familie oder von Engeln eingesetzt, um eine Atmosphäre von Lieblichkeit und idealer Schönheit zu kreieren. Gelegentlich auch für geheimnisvolle Effekte, wie bei Leonardos Salvator Mundi oder der Mona Lisa.
Zu den bedeutendsten Künstlern, die außer Leonardo für eine teilweise ausgiebige Verwendung von Sfumato bekannt sind, gehören: Giorgione (1478–1510), Andrea del Sarto (1486–1530), Antonio da Correggio (1489–1534), Federigo Barocci (1535–1612) und einige Schüler Leonardos, besonders Bernardino Luini (um 1480–1531). Später wurde es auch gerne von Murillo (1617–1682) und Watteau (1684–1721) eingesetzt.

Sfumato in der zeitgenössischen Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kunst Arik Brauers liefert ähnliche Beispiele in der modernen Malerei; wobei Brauer nicht die Konturen der Landschaft im Hintergrund, sondern vor allem die Figuren im Vordergrund weich zeichnet. In der künstlerischen Fotografie bediente sich u. a. David Hamilton dieses Stilmittels, das er mittels Reduktion der Schärfentiefe erzeugt und auf die gesamte Bildfläche seiner erotischen Fotografien angewendet hat.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann, online, abgerufen am 13. März 2013
  2. Ernst Ullmann: Leonardo da Vinci. E. A.Seemann, Leipzig 1998

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sfumato – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien