Silbury Hill

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ansicht von Westen
Ansicht von Südosten. Die Landstraße A4 führt unmittelbar südlich an Silbury Hill vorbei

Silbury Hill ist mit 37 m Höhe, 167 m Durchmesser und einem Rauminhalt von ca. 248.000 m³ der größte prähistorische künstliche Hügel in Europa und einer der größten der Welt. Der ca. 4600–4700 Jahre alte Hügel befindet sich etwa 1,5 km südlich von Avebury (Grafschaft Wiltshire) in Südengland. Die UNESCO erklärte Stonehenge, Avebury and Associated Sites, zu denen Silbury Hill gehört, im Jahr 1986 zum Weltkulturerbe.

Grabungen[Bearbeiten]

Obwohl es mindestens sechs bekannte Versuche gibt, den Zweck des Bauwerkes zu enthüllen, ist dieser immer noch nicht endgültig geklärt. Die Tunnelgrabung von Richard Atkinson klärte 1968–1970 den Aufbau des runden Hügels. Silbury Hill wurde in drei Baustufen erstellt. Die unterste Schicht besteht aus Torf, der in einer flachen Mulde aufgeschüttet worden ist. Dieser wurde mit Lagen von Erde, Geröll und Kreide bedeckt. Da im Torf geflügelte Ameisen gefunden wurden, wird vermutet, dass die Arbeiten im späten Juli oder August stattgefunden haben – die Ameisen schwärmen zu dieser Jahreszeit.

Der erste Hügel hatte einen Durchmesser von 36 m und wurde praktisch sofort nach Fertigstellung in seiner Größe verdoppelt. Die Kreide dafür wurde aus einer 6 m tiefen Grube gefördert. Diese Schicht wurde mit dem heute sichtbaren Hügel abgedeckt. Diese dritte Schicht war die umfangreichste Baustufe und erforderte eine ausgeklügelte Planung und ca. sechs Millionen Personenstunden Bauzeit. Sie vergrößerte den Durchmesser des Hügels auf ca. 167 m.

Die dritte Schicht wurde aus Kreide, die aus einer bis zu 9 m tiefen Grube gefördert wurde, in mehreren Terrassen erbaut, die jeweils von Mauern aus Kreide abgeschlossen wurden. Die Räume hinter den Mauern wurden mit noch mehr Kreide aufgefüllt, ebenso die Kanten der Terrassen, um den Hügel zu glätten. Nur die oberste Terrasse wurde belassen. Funde sind spärlich und bestehen aus wenigen Geweihhacken. An Pflanzenresten fanden sich Moose, Taubenskabiose (Scabiosa columbaria) und Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor)[1].

Neben der aufwändigen Organisation des Bauvorhabens (Planung, Transport) mussten die Arbeitskräfte motiviert und ernährt werden, was eine erhebliche gesellschaftliche Komplexität sowie eine hohe jahrelange Überproduktion von Nahrungsmitteln voraussetzt.

Im Juni 2007 wurden umfangreiche Baumaßnahmen zum Schutz des Denkmals durchgeführt. Weitere Stabilisierungsmaßnahmen sind geplant, da durch die früheren Untersuchungen der Hügel destabilisiert wurde. Insbesondere wurde Atkinsons Tunnel verfüllt. Die Arbeiten wurden im April 2008 abgeschlossen.

Deutung[Bearbeiten]

Obwohl dieses Werk an ein Hügelgrab erinnert, wurden keine menschlichen Überreste in dem Hügel gefunden. Daher geht man davon aus, dass es nie als Grabstätte gedient hat.

Spätere Nutzung[Bearbeiten]

Der Hügel diente den Römern als Landmarke und den Sachsen im 11. Jahrhundert als Bauplatz für eine Befestigungsanlage.

Besucherinformation[Bearbeiten]

Im Alexander Keiller Museum in Avebury werden Fundstücke aus diesem Grabungsgebiet der Öffentlichkeit präsentiert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.english-heritage.org.uk/upload/pdf/q7.pdf

Literatur[Bearbeiten]

  • Alastair Whittle, Sacred mound, holy rings: Silbury Hill and the West Kennet Palisade enclosures, a later Neolithic complex in north Wiltshire (Oxford, Oxbow Books 1997). Oxbow monograph 74.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Silbury Hill – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

51.415833333333-1.8575Koordinaten: 51° 24′ 57″ N, 1° 51′ 27″ W